Bau- & Wohnungswesen

Das Statistische Amt publiziert im Bereich Bau- und Wohnungswesen aktuelle Zahlen zum Gebäude- und Wohnungsbestand,  zur Wohnbautätigkeit sowie die Leerwohnungsstatistik. Als Grundlage hierfür dienen das Gebäude und Wohnungsregister (GWR) sowie die Informationen der Gebäudeversicherung (GVZ).

Im 4. Quartal 2018 kamen im Kanton Zürich 2’020 Neubauwohnungen hinzu. Stärkster Monat war in diesem Zeitraum der November, in dem 843 Wohnungen fertig gestellt wurden.

Jahresentwicklung

Im Jahr 2018 wurden 9’320 Wohnungen im Zuge von Neubauprojekten fertig gestellt, davon gut 67 Prozent in Mehrfamilienhäusern. Zudem kamen rund 1’190 Wohnungen aufgrund von Umbauten, Aufstockungen oder anderen baulichen Eingriffen an bereits bestehenden Gebäuden hinzu. Dies entspricht rund 11% des gesamten Wohnungszuwachses im Jahr 2018.

Zukünftige Entwicklung

Wirft man einen Blick in die Zukunft, so lässt sich erkennen, dass in den nächsten zwölf Monaten 10’360 Wohnungen vor der Fertigstellung stehen. Im darauffolgenden Jahr sind bereits 5’920 und langfristig weitere 3’400 Wohnungen projektiert. Während hinsichtlich der langfristigen Bauentwicklung noch grosse Ungewissheit besteht, ist auf Basis der registrierten Projekte davon auszugehen, dass das Niveau der Bauentwicklung in der näheren Zukunft tendenziell steigen wird.

Räumliche Verteilung

Grosse Wohnbauprojekte sind räumlich und zeitlich begrenzt und stellen in den Gemeinden in der Regel besondere Ereignisse dar. Entsprechend ändert sich die räumliche Verteilung grösserer Wohnbaukonzentrationen ständig.

Schaut man sich den Anteil der Neuwohnungen am gesamten Wohnungsbestand im letzten Quartal an, so führt die Gemeinde Aesch mit einem Neuwohnungsanteil von 3% die Rangliste an. Absolut gesehen wurden mit 526 Wohnungen in Zürich die meisten Wohnungen gebaut. Dies entspricht bei einem aktuellen Wohnungsbestand von 230'182 einen Neuwohnungsanteil von 0.2%. Durch Aggregation der neu gebauten Wohnungen auf ein gleichmässiges Raster lassen sich Aussagen über die kleinräumigen Wohnbau- konzentrationen machen. Grossprojekte sowie eine Häufung von kleineren Projekten werden so besser erkennbar. Im letzten Quartal lag im Kanton Zürich die höchste Baudichte bei 161 Neubauwohnungen pro 0.75 km2.

Wohnbauentwicklung seit dem Jahr 2000

Seit der Jahrtausendwende ist die Bauentwicklung angestiegen und liegt in den letzten Jahren auf einem deutlich höheren Niveau. In den letzten fünf Jahren wurden durchschnittlich etwa 9’380 Wohnungen pro Jahr fertig gestellt. Die Bautätigkeit lag somit um 2’460 Wohnungen über dem Durchschnitt der ersten fünf Jahre des Beobachtungszeitraums. Auch die Zusammensetzung der Neubauten hat sich spürbar verändert. Während um die Jahrtausendwende noch rund 28% der Wohnungen in Einfamilienhäusern entstanden, stellt diese Kategorie im letzten Jahr nur noch 6% der Neubauwohnungen. Umgekehrt werden heute in der Regel mehr Wohnungen in gemischt genutzten Gebäuden realisiert. Der grösste Teil der Neubauwohnungen entsteht jedoch heute wie damals in Mehrfamilienhäusern.

Hintergrund

Das Gebäude- und Wohnungsregister stellt eine der wichtigsten Datenquellen zu Beurteilung der baulichen Entwicklung im Kanton Zürich dar. Es erfasst alle geplanten und bestehenden Wohngebäude und enthält zahlreiche Angaben zum jeweiligen Gebäude, wie z.B. das Baujahr, die Gebäudekategorie oder seine Lage im Kanton. Auch Informationen zu den Wohnungen, wie z.B. die Wohnfläche oder die Zahl der Zimmer, sind Teil des Registers.

Weitere Informationen

Dieser Bericht wurde automatisiert erstellt. Weitere Informationen zum Wohnungsbestand und zur Bautätigkeit sind auf unserer Homepage unter Wohnungsbestand zu finden. Auf Wunsch bieten wir ausserdem massgeschneiderte Auswertungen und Analysen an. Wenden Sie sich dafür bitte an unseren Datashop oder an die Abteilung Analysen & Studien.

Datendownload

Die den Auswertungen zu Grunde liegende Daten können als Tabelle oder Karte bezogen werden. Dabei gilt es zu beachten, dass die Daten aufgrund von Nachkorrekturen in den Registerdaten leichte Unterschiede zu den in den Quartalsberichten dargestellten Zahlen aufweisen können.

Mit der Leerwohnungszählung wird jährlich die Zahl der Wohnungen ermittelt, die per 1. Juni leer stehen. Die Leerwohnungszahl bildet nur einen Teil der Wohnungen ab, die auf den Markt kommen. Der Grossteil der Wohnungen wird unmittelbar nach einem Auszug wieder vermietet oder verkauft und steht somit nie wirklich leer. Insbesondere in attraktiven Lagen kann davon ausgegangen werden, dass freiwerdende alte und auch neu erstellte Wohnungen sehr schnell einen Mieter oder Käufer finden.

Wohnbautätigkeit und Leerwohnungszahlen

Seit 2012 nimmt die Zahl leerstehender Wohnungen im Kanton deutlich zu. Die aktuelle Zunahme liegt jedoch merklich unterhalb der des Jahres 2014, als gegenüber dem Vorjahr knapp 1'200 zusätzliche Wohnungen verzeichnet wurden. Insgesamt ist die Zahl leerstehender Wohnungen seit 2012 immerhin um rund 2'300 angestiegen.

Die Zahl leer Wohnungen hängt dabei eng mit der Bautätigkeit zusammen. In Jahren mit hoher Bautätigkeit stehen tendenziell auch mehr Wohnungen leer. Dies liegt unter anderem daran, dass Neubauprojekte in der Regel eine gewisse Zeit benötigen, bis diese voll vermietet oder verkauft sind. Der in den letzten Jahren zu verzeichnende Anstieg hängt somit auch damit zusammen, dass seit 2012 mehr als 50'000 neue Wohnungen erstellt wurden.

Die Zahl leer Wohnungen hängt dabei eng mit der Bautätigkeit zusammen. In Jahren mit hoher Bautätigkeit stehen tendenziell auch mehr Wohnungen leer. Dies liegt unter anderem daran, dass Neubauprojekte in der Regel eine gewisse Zeit benötigen, bis diese voll vermietet oder verkauft sind. Der in den letzten Jahren zu verzeichnende Anstieg hängt somit auch damit zusammen, dass seit 2012 mehr als 50'000 neue Wohnungen erstellt wurden.

Auch der Anstieg der Leerwohnungszahl von 2003 bis 2007 fällt mit einer Phase steigender Bautätigkeit zusammen. Gleichzeitig werden in diesem Zeitraum die ersten Auswirkungen der Personenfreizügigkeit mit der EU spürbar. Die starke Bevölkerungszunahme führt daher in den folgenden Jahren zu einer Abnahme der Leerwohnungsquote. Von 2007 fiel die Leerwohnungsziffer von ca. 0.75 auf unterhalb von 0.6% im Jahr 2013. Im Vergleich zur starken Bevölkerungszunahme unmittelbar nach der Umsetzung der vollen Personenfreizügigkeit mit der EU hat die Bevölkerungszahl über die letzten Jahre weniger stark zugenommen. Das Wachstum liegt aber immer noch auf einem hohen Niveau von über 19'000 Personen pro Jahr. Da jedoch in den vergangenen Jahren nochmals mehr Wohnungen gebaut wurden, stieg die entsprechend Leerwohnungsquote weiter an.  

Radius der Wohnungssuche erweitern

Obwohl die Leerwohnungszahl über den Gesamtkanton betrachtet angestiegen ist, scheint die Situation in weiten Teilen des Kantons weitgehend stabil zu sein. In deutlich mehr als der Hälfte der Zürcher Gemeinden hat sich die Zahl der leerstehenden Wohnungen um weniger als 5 Wohnungen verändert. In der Stadt Zürich ist die Leerwohnungsziffer sogar leicht auf 0.21 gesunken.

Obwohl sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt grundsätzlich weiter entspannt hat und wieder mehr leere Wohnungen verfügbar sind, kann es gut sein, dass man lokal betrachtet kein grösseres Leerwohnungsangebot vorfindet. Wer hingegen seinen Suchradius vergrössern kann, profitiert entsprechend von gestiegenen Angebot.

Regionale Besonderheiten

Das Raumordnungskonzept als Teil des kantonalen Richtplans teilt den Kanton in fünf Handlungsräume auf, für die aufgrund ihrer Lage und strukturellen Voraussetzungen unterschiedliche Entwicklungsstrategien entworfen wurden. Während beispielsweise in der urbanen Wohnlandschaft und der Stadtlandschaft ein Fokus auf eine kompakte und dichte Siedlungsentwicklung gelegt wird, stehen in der Natur- und Kulturlandschaft eine ausgewogene Natur-/Landschafts- und Siedlungsentwicklung im Vordergrund.

Die Leerwohnungszahlen spiegeln grundsätzlich den Wohnungsbestand wieder: je mehr Wohnungen im Handlungsraum vorhanden sind, desto mehr Leerwohnungen sind insgesamt zu finden. Insgesamt befinden sich die meisten Leerwohnungen in urbanen Wohnlandschaften - also einem Raum der in der Regel über gute infrastrukturelle Voraussetzungen verfügt und kurze Reisezeiten in die Zentren verspricht. Die Stadlandschaften ist die Ausnahme von der Regel: Innerhalb dieser zentralen und gut erschlossenen Räume des Kantons sind verhältnismässig sehr wenige Leerwohnungen zu finden. Der geringe Leerstand ist hier auch Ausdruck der attraktiven infrastrukturellen Voraussetzungen wie Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs oder Nähe zu Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen sowie zum Arbeitsplatz.

Setzt man die Leerwohnungen und Wohnungsbestand in Zusammenhang ergibt sich für die Stadtlandschaft eine sehr niedrige Leerwohnungsquote – und das gilt für alle Wohngrössen. Keine Wohnungsgrösse in der Stadtlandschaft erreicht eine Quote von 0.5 und liegt somit deutlich unter allen anderen Handlungsräumen.

Leerstand in den Gemeinden

Die Entwicklung der Leerwohnungszahlen in einzelnen Gemeinden wird besonders von der Bauentwicklung beeinflusst und kann daher vor allem in kleineren Gemeinden sehr stark schwanken. In der folgenden interaktiven Grafik kann die Entwicklung der Leerstandszahlen für den gesamten Kanton und über die letzten Jahre nachvollzogen werden.

Das Anklicken mehrerer Gemeinden ermöglicht einen Vergleich zwischen den Gemeinden. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass den Gemeinden zur Erhebung der Leerstandszahlen unterschiedliche Methoden zugestanden werden. Diese reichen von der Nutzung von Registerdaten über Daten der Elektrizitätswerke bis hin zur Auswertung von Webportalen. In der Regel nutzen die Gemeinden eine Kombination unterschiedlicher Erhebungsmethoden.

Aufgrund dieser Tatsache ist eine direkte Vergleichbarkeit daher nicht zwingend gegeben. Insbesondere im Zeitverlauf lassen sich jedoch Entwicklungstrends in den Gemeinden vergleichen.