Ab der Lebensmitte wächst das finanzielle Polster

18.07.2019 - Mitteilung

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Das Vermögen ist ein wichtiger Indikator materiellen Wohlstands, ebenso wie das Einkommen. Verglichen damit, ist das Vermögen jedoch viel ungleicher verteilt, wie die Steuerstatistik zeigt. Allerdings ist die Spitze der Zürcher Vermögenspyramide in Bewegung.

Ob man viel oder wenig Vermögen versteuert, ist stark abhängig vom Alter. Die Bundessteuerstatistik zeigt, dass Junge meist kaum Vermögen haben. Werden die Mitglieder eines Haushalts älter, steigt in der Regel das Einkommen, was es ihnen ermöglicht, etwas auf die hohe Kante zu legen. Und im Jahrzehnt vor der Pensionierung machen die Vermögen einen regelrechten Sprung: Einerseits sind die Einkommen dann am höchsten, andererseits sind die Ausgaben, etwa jene für Kinder, eher rückläufig. Hinzu kommen Erbschaften, die sich in diesem Lebensabschnitt häufen. Nicht vergessen gehen darf auch, dass es Vermögensbestandteile gibt, die für das Steueramt erst nach der Pensionierung zählen: Dazu gehören etwa angesparte Guthaben aus der Säule 3a oder Pensionskassengelder, sofern sich die Versicherten das Vorsorgekapital auszahlen lassen – was etwa die Hälfte der Pensionierten ganz oder teilweise tut.

Vermögen im Pensionsalter am höchsten

Entsprechend haben Haushalte, deren Mitglieder bereits im Rentenalter sind, im Kanton Zürich ein mittleres Vermögen von rund 320’000 Franken, doppelt so viel wie Haushalte, die 56- bis 65-jährige Personen beherbergen. «Mittleres Vermögen» meint dabei den Median, das heisst jenes Vermögen, das die Steuerhaushalte in genau zwei Hälften teilt. Eine Hälfte versteuert mehr als den Median, die andere weniger.

Reiche Paarhaushalte

Gross sind auch die Unterschiede zwischen Einpersonen- und Paarhaushalten. Letztere haben in der Regel höhere Vermögen. Beispielsweise versteuern Ehepaare im Rentenalter im Mittel deutlich mehr als eine halbe Million Franken, während allein wohnende Pensionierte auf ein Vermögen von 200’000 Franken kommen. Der Unterschied lässt sich damit erklären, dass Paare zum einen meist ein höheres Einkommen erzielen als Einzelpersonen, dass sie zum anderen aber auch mehr erben, weil grundsätzlich zwei Personen für einen Nachlass in Frage kommen. Die Konzentration der Vermögen im Alter bringt es mit sich, dass Menschen im Pensionsalter rund die Hälfte der im Kanton Zürich total versteuerten 383 Milliarden Franken besitzen. Dies obschon Rentnerhaushalte nur etwas mehr als ein Fünftel aller Steuerhaushalte ausmachen.

Ein Prozent versteuert 39 Prozent des Vermögens

In den letzten Jahren ist die sogenannte Ein-Prozent-Klasse, das reichste Hundertstel der Steuerhaushalte, in den Fokus geraten. Im Kanton Zürich muss man, um dieser exklusiven Gruppe anzugehören, mehr als 5,2 Millionen Franken Vermögen versteuern. Es ist nicht verwunderlich, dass die Rentnerhaushalte mit einem Anteil von 54 Prozent auch hier deutlich übervertreten sind. Die Ein-Prozent-Klasse, die etwa 8’500 Haushalte umfasst, versteuert rund 39 Prozent der Vermögenssumme im Kanton Zürich. Allerdings bezahlt sie, wegen der starken Progression der Steuersätze, auch etwa zwei Drittel der Vermögenssteuern.

Bewegung in der Vermögenspyramide

Die Steuerdaten zeigen, dass die Vermögenskonzentration ausgeprägter ist als jene bei den Einkommen. Sie erlauben es zudem, die sogenannte Vermögensmobilität unter die Lupe zu nehmen, also die Frage, ob stets dieselben Menschen reich sind oder nicht. Dabei zeigt sich, dass 56 Prozent jener Haushalte, die bereits 2006 zur Ein- Prozent Klasse gehörten, sich auch in den folgenden neun Jahren zu diesem exklusiven Kreis zählen durften. Umgekehrt bedeutet dies, dass knapp die Hälfte der reichen Haushalte zumindest zeitweise aus dem Topsegment fiel. Es gibt also durchaus Mobilität an der Spitze der kantonalen Vermögenspyramide.

Steiler Auf- oder Abstieg ist sehr selten

Aufsteiger von ganz unten haben allerdings Seltenheitswert. Nur vier Prozent jener Haushalte, die 2015 zur Ein- Prozent-Klasse gehörten, hatten sich 2006 in der unteren Hälfte der Vermögensverteilung befunden, also ein Vermögen unter dem Median versteuert. Noch seltener ist der steile Abstieg: Nicht einmal jeder hundertste Steuerhaushalt, der 2006 zum Topsegment gezählt hatte, versteuerte 2015 ein Vermögen, das kleiner als der Median war.

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