Paare auf dem Standesamt

18.07.2019 - Mitteilung

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Die Ehe wird immer mal wieder als Auslaufmodell gehandelt. Noch aber ist es nicht soweit; denn die Mehrheit der Zürcherinnen und Zürcher geht mindestens einmal im Leben aufs Standesamt, um zu heiraten oder die Partnerschaft eintragen zu lassen. Ein Streiflicht auf die Demografie des Heiratens.

Die Mehrheit der Erwachsenen lebt in einer Partnerschaft. Junge Paare tun dies oft ohne Trauschein. Meistens kommt jedoch irgendwann der Entscheid zu heiraten, besonders wenn Kinder ins Spiel kommen. So gaben sich 2017 im Kanton Zürich rund 8’200 Paare auf dem Standesamt das eheliche Ja-Wort. Hinzu kamen 245 gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Partnerschaft eintragen liessen. Wer aber geht mit wem eine dauerhafte, rechtlich abgesicherte Lebensgemeinschaft ein?

Zwei Jahre Altersunterschied bei Ledigen

In den vergangenen Jahren waren sieben von zehn Eheschliessungen sogenannte Erstheiraten. Das heisst: Sowohl die Frau wie der Mann vermählten sich zum ersten Mal. In der Regel ist die Frau dabei etwas jünger als der Mann, nämlich im Mittel gut zwei Jahre. Dieser Altersunterschied zwischen den Geschlechtern ist in den vergangenen fünf Jahrzehnten praktisch gleich geblieben. Deutlich verlagert hat sich hingegen der Zeitpunkt der Eheschliessung: 2017 war die Frau bei der Erstheirat im Schnitt knapp 30 Jahre alt, der Mann 32 Jahre. Noch 1970 hatten sich die erstmals heiratenden Paare das Ja-Wort sechs Jahre früher gegeben.

Wenn Geschiedene nochmals heiraten

Bei drei von zehn Eheschliessungen handelt es sich um Wiederverheiratungen. Das sind Heiraten, bei denen mindestens eine der beteiligten Personen nicht ledig ist. Die häufigste Form einer solchen Wiederverheiratung ist jene, bei der ein geschiedener Mann eine ledige Frau heiratet. Dann ist der Mann im Schnitt 44 Jahre alt, neun Jahre älter als seine Ehefrau. Ebenfalls häufig kommt es vor, dass zwei geschiedene Personen nochmals heiraten. Hier ist der Mann im Schnitt 50, fünf Jahre älter als die Frau. Wenn geschiedene Frauen hingegen einen ledigen Mann heiraten, sind sie durchschnittlich zwei Jahre älter als ihr Ehemann. Trotz der im Vergleich zu den Erstheiraten vielfältigeren Paarkonstellationen gilt auch hier: Die erneut Heiratenden sind im Schnitt um mehrere Jahre älter als noch 1970.

Heiratsmarkt offener als früher

Am häufigsten ist es nach wie vor so, dass ein Schweizer eine Schweizerin heiratet. Dieser Fall betrifft aber mittlerweile weniger als die Hälfte aller Heiraten, nachdem ihr Anteil 1970 noch bei zwei Dritteln gelegen hatte. Viele Ehepaare sind heute gemischt-national in dem Sinn, dass sich eine Person mit schweizerischem und eine Person mit ausländischem Pass zusammentun. Einerseits ist die Zürcher Gesellschaft aufgrund der starken Zuwanderung der letzten Jahre durchlässiger, andererseits der «Heiratsmarkt» durch vermehrtes Reisen offener geworden. Dabei nehmen Schweizer Männer gerne eine Deutsche, eine Thailänderin, eine Kosovarin, eine Brasilianerin, eine Serbin oder eine Italienerin zur Frau. Schweizerinnen heiraten bevorzugt einen Mann aus Deutschland, Italien, dem Kosovo, der Türkei, Serbien oder Mazedonien.

Männerpaare oft gemischt-national

Bei den gleichgeschlechtlichen Paaren gehen Männer dreimal öfter eine eingetragene Partnerschaft ein als Frauen. Über die Gründe dafür lässt sich nur spekulieren. Während die Schweizer Männer am häufigsten einen Ausländer zum Mann nehmen, ist bei Frauenpaaren die eingetragene Partnerschaft zwischen zwei Einheimischen am verbreitetsten. Beiden Geschlechtern gemeinsam ist, dass sie deutlich später aufs Standesamt gehen als heterosexuelle Paare bei der Erstheirat. Frauen wie Männer sind im Schnitt 40 bis 45 Jahre alt, wenn sie erstmals eine Partnerschaft eintragen lassen.

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