Namenswahl bei der Heirat

02.04.2019 - Mitteilung

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Seit dem 1. Januar 2013 gilt das neue Namensrecht, das bei der Heirat die Namen der Ehegatten gleichstellt. Die neueste Publikation des Statistischen Amts geht der Frage nach, wie sich die veränderte Rechtslage auf den Namensentscheid der Ehepaare ausgewirkt hat.

Mit dem neuen Namensrecht sind bei einer Heirat die Namen der Ehepartner gleichgestellt. Damit stehen Heiratswillige vor der Wahl, ob sie jeweils ihren Namen behalten wollen oder ob sie einen der Ledignamen als gemeinsamen Familiennamen übernehmen. Auch vor 2012 ermöglichte das Schweizerische Namensrecht mehr als eine Namensvariante. Der Name des Ehemannes galt aber standardmässig als gemeinsamer Familienname – andere Namensvarianten wie der Doppelname oder der Ledigname der Frau als Familienname waren mit einem gewissen Mehraufwand verbunden.

Im aktuellen statistik.info 2019/03 wird der Frage nachgegangen, ob und wenn ja wie sich diese Gesetzesänderung auf die Namenswahl der Zürcherinnen und Zürcher ausgewirkt hat. Als Datengrundlage dient die Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegungen des BFS (BEVNAT) von 2008 bis 2017.  

Gemeinsamer Familienname nach wie vor beliebt

Ob altes oder neues Namensrecht, mehr als zwei Drittel der frischvermählten Paare entscheiden sich für einen gemeinsamen Familiennamen (69%). Unter der neuen Rechtslage behalten allerdings mehr Ehepaare ihren eigenen Namen (24%) – eine Option, die das Schweizer Namensrecht bis Ende 2012 nicht vorsah. Einzig Paare, die unter ausländischem Recht geheiratet hatten, führten diese Namensvariante bereits vor 2013 (2%). Dagegen entfällt unter dem neuen Namensrecht die Option eines Doppelnamens. Bis Ende 2012 konnte der eine Ehegatte den eigenen Namen dem Familiennamen voranstellen (22%).

... und zwar derjenige des Ehemannes

Entscheiden sich Paare für einen gemeinsamen Familiennamen, so fällt der Entscheid mit wenigen Ausnahmen zugunsten des Namens des Ehemannes aus – daran ändert die neue Rechtslage nichts: Auch nach Einführung des neuen Namensrechts übernehmen 67% der Zürcherinnen bei der Heirat den Ledignamen ihres Angetrauten. Zürcher Ehemänner heissen dagegen in der Regel vor und nach der Hochzeit gleich (95%).

Ledigname ersetzt den Doppelnamen

Mit dem neuen Namensrecht entfällt die Option des Doppelnamens, dafür besteht für Paare die Möglichkeit, jeweils den eigenen Namen zu behalten. Allianznamen mit Bindestrich sind zwar weiterhin möglich, sie werden jedoch nicht im Zivilstandsregister geführt.

Unter der neuen Rechtslage liegt der Anteil der Frauen, die ihren Namen bei der Heirat behalten mit 27% ähnlich hoch wie die Summe der Zürcherinnen, die vor 2013 den Doppelnahme wählten (20%) oder ihren Ledignamen weiterführten (5%). Es scheint, dass Zürcherinnen die unter der neuen Rechtslage den Namen behalten, vermutlich vor 2013 den Doppelnamen geführt hätten.

Lebensstil und soziokulturelle Eigenschaften sind relevant

Unter der neuen Rechtslage behält mehr als jede vierte Zürcherin ihren Namen. Je nach Lebensstil und soziokulturellem Hintergrund ist der Anteil allerdings deutlich höher. Eine detaillierte Antwort auf die Frage, wer sich für den Ledignamen entscheidet und wer das klassische Namensmodell mit einem gemeinsamen Familiennamen wählt, findet sich in unserem aktuellsten statistik.info 2019/03 «Welche Namen wählen Paare bei der Heirat? Eine Analyse der Namenswahl der frischverheirateten Zürcherinnen und Zürcher».

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