Wertschöpfung unter der Lupe

30.05.2018 - Mitteilung

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Die Unternehmen im Kanton Zürich erwirtschaften mehr als ein Fünftel der landesweiten Wertschöpfung. Fast die Hälfte davon entfällt auf Firmen, die ihren Sitz in der Stadt Zürich haben. Dabei erweist sich eine Branche als besonders produktiv.

«Wo gehobelt wird, fallen Späne». Neben dem Holzabfall entsteht beim Hobeln aber vor allem auch Mehrwert. Aus dem rohen Brett baut der Schreiner, die Schreinerin unter Einsatz von Arbeitskraft und mithilfe von Werkzeugen einen Tisch. Wertschöpfung bezeichnet dabei die Summe, die der Verkauf des Tischs nach Abzug des Einkaufspreises fürs Holz einbringt. Wie viel einzelne Beschäftigte zur Wertschöpfung beitragen, bemisst sich an ihrer Arbeitsproduktivität: Je mehr Geld sie unter dem Strich pro Stunde erwirtschaften, desto produktiver ist ihre Arbeit. Die Produktionsrechnung zeigt schliesslich, wie viel Wertschöpfung auf verschiedene Regionen und Branchen entfällt.

Betriebsadresse massgebend

Wertschöpfung findet überall statt: Auf den Strassen, wo Güter von A nach B transportiert werden, auf den Baustellen, wo neue Gebäude entstehen, oder in den Restaurants, wo Essen zubereitet und serviert wird. Es ist deshalb nicht ganz einfach, Wertschöpfung zu verorten. Ein Ansatz ist, sie da zu lokalisieren, wo der Betrieb angesiedelt ist. Im Fall des Baugewerbes heisst dies etwa, dass die Wertschöpfung nicht auf der Baustelle, sondern unter Umständen weit davon entfernt, am Sitz des Bauunternehmens, anfällt. Dadurch ist es möglich, jeden Wertschöpfungsfranken einem bestimmten Punkt im Kanton Zürich zuzuordnen.

Regionale Verteilung der Wertschöpfung 2015

Kanton Zürich, Waben von rund 100 Hektaren Fläche, Businesssektor, in Millionen Franken

Brennpunkt Zürcher City

Lässt man den Staat und private Organisationen ohne Erwerbszweck ausser Acht und betrachtet nur den Businesssektor, also den marktgetriebenen Teil der Volkswirtschaft, so wird fast die Hälfte der kantonalen Wertschöpfung in der Stadt Zürich erwirtschaftet. Am meisten Wertschöpfung pro Flächeneinheit fällt dabei in der Innenstadt und entlang der Achsen ins Limmat- und ins Glattal an. Die Ursache dieser Ballung liegt darin, dass sich die Beschäftigten viel ungleichmässiger über das Kantonsgebiet verteilen als etwa die Bevölkerung. Besonders in der Zürcher Innenstadt konzentrieren sich Beschäftigte in wertschöpfungsintensiven Branchen: Zahlreiche Banken, Versicherungen, Steuer- und Rechtsberatungsfirmen sowie sonstige Unternehmensdienstleister haben sich hier niedergelassen.

Arbeitsproduktivität und Wertschöpfungsanteil nach Branchen 2011–2015

Kanton Zürich, Businesssektor, grösste Branchen

Produktivität variiert je nach Branche

Branchen, die viel Kapital in Form von Maschinen oder Technologie erfordern, haben in der Regel eine hohe Arbeitsproduktivität. Ihnen gegenüber stehen Tätigkeiten, die kaum automatisierbar und deshalb zeitaufwendig sind. Sie weisen eine tiefere Produktivität auf. Typische Vertreter solcher Branchen sind die Gastronomie und verschiedene persönliche Dienstleistungen wie etwa das Coiffeurgewerbe. Neben der Produktivität einer Branche ist natürlich auch die Zahl ihrer Beschäftigten massgebend dafür, wie viel sie zur kantonalen Wertschöpfung beiträgt.

Produktive Versicherungen

Mit über 13 Prozent leistet der Grosshandel den grössten Beitrag an die Wertschöpfung im Kanton Zürich, dicht gefolgt vom Bankgeschäft. Beide Branchen haben seit 2011 jedoch etwas an Gewicht verloren. Einen wachsenden Wertschöpfungsanteil verzeichnet dagegen die Versicherungswirtschaft. Sie ist unter den grossen Zürcher Branchen gleichzeitig die produktivste, also jene, die pro Kopf der Belegschaft am meisten Wertschöpfung erwirtschaftet. Wenn man sämtliche Anstellungsverhältnisse auf Vollzeitstellen umrechnet, liegt die Wertschöpfung in einer Versicherung bei jährlich knapp 400 000 Franken pro Arbeitskraft. Landesweit sind die Versicherungen, was die Arbeitsproduktivität angeht, an dritter Stelle zu finden. Sie wurden in den letzten Jahren von der Branche «Forschung und Entwicklung» überholt. Unangefochten am meisten Wertschöpfung erzielt jedoch die Pharmaindustrie, nämlich über 600 000 Franken pro Vollzeitstelle und Jahr.

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