Anziehend für junge Erwachsene

30.05.2018 - Mitteilung

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Die Bevölkerung des Kantons Zürich wächst vor allem durch Zuwanderung. Wer neu zuzieht, ist in der Regel jung: Zwei Drittel der Zuwandernden sind 18 bis 39 Jahre alt. Eine besondere Sogwirkung übt dabei die Stadt Zürich aus. Sie lockt junge Erwachsene aus dem Ausland und aus der übrigen Schweiz an, verliert aber per Saldo Familien ans Umland.

Vorab eine Begriffsklärung: Eine Person wandert im statistischen Sinn, wenn sie von einer Gemeinde in eine andere umzieht und dabei ihren Hauptwohnsitz verlegt. Dies kann nicht nur über Gemeinde-, sondern auch über Kantons- oder Landesgrenzen hinweg erfolgen. Die Differenz aus Zu- und Wegwanderungen in einem bestimmten Gebiet ergibt den Wanderungssaldo. Ist er positiv, resultiert ein Wanderungs-gewinn, andernfalls ein Wanderungsverlust.

70 Prozent des Bevölkerungswachstums

Wanderungen sind der Treiber des Bevölkerungswachstums im Kanton Zürich. Zwischen 2011 und 2016 zogen im Durchschnitt jährlich rund 58 000 Personen zu. Ihnen standen jeweils 44 000 Wegwandernde gegenüber. Unter dem Strich bleibt so ein Plus von rund 14 000 Personen pro Jahr. Das sind 70 Prozent des jährlichen Bevölkerungszuwachses. Die restlichen 30 Prozent sind bedingt durch den Geburtenüberschuss, also dadurch, dass die Zahl der Geburten jene der Todesfälle übersteigt. Der jährliche  Wanderungsgewinn geht einzig auf die Zuwanderung aus dem Ausland zurück. Der Wanderungssaldo mit der übrigen Schweiz ist dagegen ausgeglichen, das heisst: Zu- und Wegwandernde halten sich die Waage.

Jährlicher Wanderungssaldo nach Altersgruppen, Durchschnitt der Jahre 2011– 2016

Kanton Zürich, Wanderungssaldo mit dem Ausland und der übrigen Schweiz, Anzahl Personen

Der Wanderungssaldo ist definiert als Differenz aus Zu- und Wegwanderung. Ist die Zahl der Zuwandernden grösser als jene der Wegwandernden, ist der Saldo positiv, andernfalls negativ.

Per Saldo vor allem junge Erwachsene

Zwei Drittel der Zuwandernden sind 18 bis 39 Jahre alt. Sie kommen meist wegen eines Jobs oder einer Ausbildung. Bei den Wegwandernden ist nur gut die Hälfte in dieser Altersgruppe, sodass diese einen grossen Teil zum Wanderungsgewinn beiträgt. 20- bis 30-Jährige gewinnt der Kanton sowohl aus dem Ausland wie aus der übrigen Schweiz hinzu, Über-30-Jährige und Kinder hingegen nur aus dem Ausland. Denn es verlassen etwas mehr Familien den Kanton in Richtung übrige Schweiz, als von dorther zuziehen. Auch 60- bis 69-Jährige kehren dem Kanton vermehrt den Rücken, sei es in Richtung der übrigen Schweiz oder ins Ausland. Die Über-70-Jährigen sind dagegen sesshaft, nur wenige wechseln im Alter noch ihre Wohngemeinde.

Jährlicher Wanderungssaldo nach Teilgebieten und Altersgruppen, Durchschnitt der Jahre 2011–2016

Stadt Zürich und übriger Kanton, Wanderungssaldo mit dem Ausland, der übrigen Schweiz sowie zwischen den Teilgebieten, Anzahl Personen

Der Wanderungssaldo ist definiert als Differenz aus Zu- und Wegwanderung. Ist die Zahl der Zuwandernden grösser als jene der Wegwandernden, ist der Saldo positiv, andernfalls negativ.

Kantonshauptstadt mit Sogwirkung

Praktisch sämtliche Zürcher Gemeinden sind aufgrund des Wanderungsgewinns mit dem Ausland in den letzten Jahren gewachsen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Stadt Zürich: Obwohl ihr Bevölkerungsanteil nur gut ein Viertel ausmacht, verbucht sie 43 Prozent der Zuwandernden aus dem Ausland und 36 Prozent jener, die aus einem anderen Kanton kommen. Als Wirtschafts- und Hochschulzentrum ist die Hauptstadt sehr attraktiv für junge Arbeits- und Ausbildungswillige. Ein Teil davon bleibt in der Stadt Zürich sesshaft, andere ziehen wieder weg. Per Saldo gewinnt die Stadt junge Erwachsene aus dem Ausland und der übrigen Schweiz hinzu, verliert aber Personen im Familienalter und kleine Kinder ans Umland. Entsprechend gewinnt das übrige Kantonsgebiet Familien aus Zürich, verliert aber seinerseits einen Teil dieser Bevölkerungsgruppe an die übrige Schweiz, besonders an Nachbarkantone.

Zuwanderung bremst Alterung

Die Zuwandernden sind im Schnitt deutlich jünger als die bereits ansässige Bevölkerung. Sie haben ein Durchschnittsalter von 31 Jahren, zehn Jahre weniger als die «Alteingesessenen» und drei Jahre weniger als die Wegwandernden. Zudem bringt die Zuwanderung auch junge Frauen in den Kanton. Viele von ihnen werden über kurz oder lang Mutter, was die Geburtenzahlen in den letzten Jahren ansteigen liess. Beide Faktoren zusammen schwächen die demografische Alterung der Bevölkerung ab, können sie aber nicht aufhalten, geschweige denn umkehren.

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