Seit jeher ein Eisenbahnkanton

30.05.2018 - Mitteilung

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Von den zehn Schweizer Bahnhöfen mit dem höchsten täglichen Passagieraufkommen liegen vier im Kanton Zürich. Kein Wunder, dass die Zürcher Bevölkerung mehr Abonnemente für den öffentlichen Verkehr hat als der nationale Durchschnitt. Doch nicht alle Zürcher Bahnhöfe bewältigen täglich Menschenmassen, und es gibt durchaus Ecken im Kanton, in denen sich die Nachfrage nach Abos in Grenzen hält.

Am 7. August 1847 verkehrte der Eröffnungszug der Spanisch-Brötli-Bahn, der ersten Schweizer Eisenbahnlinie, zwischen Baden und Zürich. Zwei Tage später begann der fahrplanmässige Betrieb. Das neue Verkehrsmittel war eine echte Sensation und zog in der ersten Woche 9 000 Passagiere an. Seither hat sich viel verändert, aber der Hauptbahnhof Zürich ist bis heute das pulsierende Herz des schweizerischen Schienennetzes. Er ist der bei Weitem meistfrequentierte Bahnhof des Landes. 2016 verzeichnete er im Schnitt 420 000 Fahrgäste pro Tag, an Werktagen sogar fast 470 000. Das sind mehr als doppelt so viele wie in Bern, dem zweitplatzierten Bahnhof.

Oerlikon und Stadelhofen auch in den Top Ten

Was das tägliche Passagieraufkommen angeht, finden sich noch drei weitere Bahnhöfe, die auf dem Gebiet des Kantons Zürich liegen, in den landesweiten Top Ten, nämlich Winterthur, Zürich Oerlikon und Zürich Stadelhofen. Beachtliche Passagierfrequenzen verzeichnen aber auch die Bahnhöfe regionaler Zentren, die als Knotenpunkte im öffentlichen Verkehr (ÖV) dienen. Wetzikon, eine Stadt mit 24 000 Einwohnerinnen und Einwohnern, zählt im Schnitt 24 000 Bahnpassagiere pro Tag, an Werktagen gar 28 000. In derselben Grössenordnung bewegt sich auch der Bahnhof Uster.

Die zehn meistfrequentierten SBB-Bahnhöfe 2016

Schweiz, durchschnittliches tägliches Passagieraufkommen, in Tausend

Nicht überall herrscht Gedränge am Perron

Der Kanton Zürich ist durch ein engmaschiges ÖV- Netz fast flächendeckend erschlossen. An seinen Rändern gibt es aber auch im bevölkerungsreichsten Kanton der Schweiz Bahnhöfe, an denen sich keine Menschenmassen tummeln. So muss man sich etwa an den Perrons der Bahnhöfe Zweidlen oder Fischenthal nicht vor Gedränge fürchten. Hier steigen pro Tag im Schnitt gerade mal 100 Personen aus oder ein. Beide Orte haben keine direkte Verbindung zum Zürcher Hauptbahnhof, sondern liegen jeweils an einer Bahnlinie, die durch teils dünn besiedeltes Gebiet nach Winterthur führt. Entlang der S26, die das Tösstal erschliesst, gibt es neben Fischenthal eine Reihe weiterer Bahnhöfe, die nur wenig mehr als 100 Passagiere pro Tag zählen. Allerdings fährt der Zug hier streckenweise auch nur im Stundentakt.

Motorisierungsgrad und Generalabo-Dichte 2016

Zürcher Gemeinden, Streudiagramm

Jeder Punkt in der Grafik steht für eine Gemeinde. Die Stadt Zürich zählt beispielsweise knapp 350 Autos auf 1000 Personen, gleichzeitig haben rund neun Prozent der Bevölkerung ein Generalabonnement der SBB.

Generalabo beliebt in den Städten

Das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung in der Agglomeration und auf dem Land unterscheidet sich von jenem der Städterinnen und Städter. Als Faustregel gilt: Je urbaner der Wohnort, desto grösser ist der Stellenwert des ÖV. In den Vororten und auf dem Land kommt hingegen eher das Auto zum Einsatz. Das widerspiegelt sich auch in der Nachfrage nach ÖV-Abonnementen. So haben in den Städten Zürich und Winterthur jeweils rund neun Prozent der Bevölkerung ein Generalabonnement (GA) der SBB, während es kantonsweit nur gut sechs Prozent sind. Noch verbreiteter ist das GA an der Zürcher Goldküste, namentlich in Stäfa und Männe- dorf. In ländlichen Gemeinden verkauft es sich dagegen deutlich weniger gut.

Zusammenhang mit Motorisierungsgrad

Ebenfalls einem klaren Stadt-Land-Gefälle folgt der Motorisierungsgrad, der beziffert, wie viele Autos auf 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen. Je städtischer ein Gebiet, desto tiefer ist in der Regel sein Motorisierungsgrad. Deshalb ist das GA tendenziell beliebt in Gemeinden, die wenig motorisiert sind. Aberkeine Regel ohne Ausnahme: So besitzt zum Beispiel die Bevölkerung von Adliswil und Dietikon vergleichsweise wenige Autos, gleichzeitig jedoch auch wenige SBB-Generalabos. Gut möglich, dass sie anstelle des GA ein kostengünstigeres Abo des Zürcher Verkehrsverbunds bevorzugt.

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