Ein Konzept, das Handlungs(spiel)räume schafft

30.05.2018 - Mitteilung

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Der Kanton Zürich ist attraktiv für Menschen und Firmen. Entsprechend nimmt die Bevölkerung stetig zu, ebenso die Zahl der Arbeitsplätze. Das dynamische Wachstum in geordnete Bahnen zu lenken, ist Aufgabe des Raumordnungskonzepts, das den Kanton zu diesem Zweck in fünf Gebiete einteilt.

Das kantonale Raumordnungskonzept ist Teil des Richtplans und beschreibt, wie sich der Kanton Zürich künftig räumlich entwickeln soll. Dazu gliedert es das Kantonsgebiet in fünf sogenannte Handlungsräume:

  • Die Stadtlandschaft umfasst die Städte Zürich und Winterthur sowie das Limmat- und das Glattal. Sie verläuft entlang der Ost-West-Achse des Schienen- und Strassenverkehrs mit den landesweit ausstrahlenden Verkehrsknoten am Flughafen und am Hauptbahnhof Zürich.
  • Entlang des Zürichsees und rund um die regionalen Zentren breitet sich die urbane Wohnlandschaft aus. Sie hat städtische Züge und ist eng verknüpft mit der Stadtlandschaft.
  • Angrenzend an die dicht besiedelten städtischen Gebiete gibt es einen Übergangsbereich zwischen Stadt und Land. Hier steht die Landschaft unter Druck, weil die gute Erreichbarkeit das Gebiet für den Wohnungsbau sehr attraktiv macht.
  • In Teilen der Regionen Knonaueramt, Oberland, Unterland, Weinland und Winterthur findet sich eine noch weitgehend intakte Kulturland- schaft. Dieses Gebiet ist wesentlich geprägt durch die Landwirtschaft. Hinzu kommen örtliches Gewerbe und Wohnraum.
  • Zusammenhängende, oft topografisch bedingte Landschaftskammern mit besonders wertvollen Lebensräumen bilden die Naturlandschaft. Zu ihren Kernelementen gehören im Kanton Zürich die Fliessgewässer samt angrenzenden Landstrichen.

Handlungsräume gemäss Raumordnungskonzept 2015

Kanton Zürich

Entwickeln, stabilisieren, bewahren

Für jeden Handlungsraum sieht das Raumordnungskonzept eine andere Entwicklungsstrategie vor. Es umreisst diese wie folgt:

Vorgesehen ist also, die ländlichen Gebiete vom Siedlungsdruck zu entlasten. Stattdessen soll vor allem das bestehende Siedlungsgebiet in den beiden städtischen Handlungsräumen verdichtet werden. Folgerichtig lautet das zentrale Ziel im Raumordnungskonzept, dass mindestens 80 Prozent des künftigen Bevölkerungswachstums auf die Stadtlandschaft und die urbane Wohnlandschaft entfallen sollen. Bereits heute wohnen drei Viertel der Zürcherinnen und Zürcher in den beiden städtischen Handlungsräumen. Noch deutlicher ist die Konzentration bei den Arbeitsplätzen: Nur einer von zehn liegt ausserhalb des urbanen Gebiets.

Bevölkerung und Arbeitsplätze 2016

Zürcher Handlungsräume, Anzahl in Tausend

Städtische Konzentration

Kantonsweit zeigt sich bislang erst an wenigen Orten eine klare Verdichtung in dem Sinn, dass die Zahl der Wohnungen gegenüber früher deutlich gestiegen ist. Im Einklang mit dem Raumordnungskonzept konzentrieren sich die bereits realisierten, grossen Verdichtungsprojekte auf die Zentren der Stadtlandschaft und der urbanen Wohnlandschaft. Zu nennen wären etwa die Grossprojekte in Zürich-West, Oerlikon, Opfikon, Wallisellen und Dietikon. Dort entstanden auf engem Raum neue, dichte Baustrukturen. Betrachtet man die Bauentwicklung der letzten Jahre, so wird deutlich, dass in der Stadtlandschaft mit anderen baulichen Mitteln gearbeitet wird als in den anderen Handlungsräumen. So weist zum Beispiel ein Mehrfamilienhaus, das in den urbansten Gegenden des Kantons neu gebaut wird, heute im Schnitt deutlich mehr Wohnungen auf als noch zur Jahrtausendwende. In den anderen Handlungsräumen hat sich hingegen an der Wohnungszahl eines Mehrfamilienhauses kaum etwas geändert.

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