Auch Fussballstars beginnen klein

30.05.2018 - Mitteilung

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Im Frühsommer 2018 findet die 21. Fussball-Weltmeisterschaft statt. Die Welt wird nach Russland blicken, und König Fussball wird während eines Monats regieren. Wer in Moskau, Sankt Petersburg oder einem der anderen Austragungsorte auf der globalen Bühne spielt, begann einst klein, in einem Hinterhof oder einem lokalen Fussballverein. Grund genug, einen Blick auf die Vereinslandschaft im Raum Zürich zu werfen.

Fussball ist die weltweit beliebteste Sportart. 2015 spielten rund um den Globus 265 Millionen Männer und Jungen sowie 26 Millionen Frauen und Mädchen in einem Fussballverein. Allein in der Schweiz gibt es rund 247 000 lizenzierte Spieler und 21 000 Spielerinnen. In der Region Zürich wiederum spielen 45 000 Personen aktiv in einem Fussballverein, davon zirka 8 000 Frauen und Mädchen.

Gut 2 300 Mannschaften

Der organisierte Fussball hatte seinen Ausgangspunkt im Kanton Zürich vor über 100 Jahren. 1912 wurde der «Fussballverband des Kantons Zürich» gegründet, der bald darauf einen Meisterschaftsbetrieb aufbaute. An der Delegiertenversammlung von 1990 einigten sich die Verbandsmitglieder dann auf den noch heute gültigen Namen «Fussballverband Region Zürich» (FVRZ). Im FVRZ sind 181 Fussballvereine organisiert, die geografisch folgendes Gebiet abdecken: die Kantone Zürich und Schaffhausen, die Region Ausserschwyz am oberen Zürichsee sowie die Thurgauer Gemeinde Diessenhofen und die deutsche Exklave Büsingen. Während in den Anfängen nur ein gutes Dutzend Mannschaften an der regionalen Fussballmeisterschaft teilnahm, umfasst der FVRZ-Meisterschaftsbetrieb heute rund 2 300 Mannschaften. Über den Spielbetrieb wachen 700 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter.

Zahl der Fussballmannschaften 1945 –2015

Gebiet des Fussballverbands Region Zürich

Damit die Zeitachse unverzerrt erscheint, wurden die hellblauen Säulen eingefügt. Sie beruhen auf Werten, die linear interpoliert sind. Das heisst: Die Werte wurden nicht wie jene, die den dunkelblauen Säulen zugrunde liegen, erhoben, sondern errechnet.

Viel Freiwilligenarbeit

Im FVRZ arbeiten 60 ehrenamtliche und acht professionelle Funktionärinnen und Funktionäre. Sie beraten und unterstützen die einzelnen Vereine. Die meisten Fussballklubs sind in den Ortschaften und Quartieren verwurzelt, und nicht selten ist der Fussballverein das Aushängeschild eines Dorfes oder einer Stadt. Damit ein Verein einwandfrei funktioniert, braucht es Planung, eine gute Organisation und ein seriöses Finanz- und Rechnungswesen. Dafür sorgen in den verschiedenen Fussballvereinen der Region Zürich vom Platzwart bis zur Präsidentin über 2 000 ehrenamtlich tätige Personen. Hinzu kommen etwa 6500 Trainerinnen und Trainer, welche die Mannschaften betreuen. Meist sind sie es, die am Anfang grosser Fussballkarrieren stehen.

Fussballkurse und -lager: Zahl der teilnehmenden Jugendlichen 2006–2016

Kanton Zürich, Kurs- und Lagerangebot von Jugend+Sport (J+S)

Teilnehmerzahlen nach Geschlecht werden erst seit 2010 erhoben.

Mehr Mädchen auf dem Platz

Vor allem bei den Mädchen liegt Fussball gross im Trend. Gemäss den Zahlen des Sportförderungsprogramms Jugend+Sport spielten 2010 im Kanton Zürich 3000 Mädchen Vereinsfussball. Fünf Jahre später waren es bereits eineinhalb Mal mehr. Nur Geräteturnen ist noch beliebter bei weiblichen Teenagern. Ebenfalls sehr begehrt und auf dem dritten Rang der Beliebtheitsskala sind Gymnastik und Tanz. Teils hat der Frauenfussball noch mit Vorurteilen zu kämpfen. Doch die ursprüngliche Skepsis weicht immer mehr dem Respekt. Laut Trainerinnen und Fussballexperten legen Frauen und Mädchen mehr Sozialkompetenz an den Tag als Männer und Jungen. So spüren sie beispielsweise schnell, wenn im Team oder bei einer Spielerin etwas nicht stimmt. Frauenfussballspiele haben dadurch eine eigene, aussergewöhnliche Atmosphäre.

«Integrationsmotor» Fussball

Durch Zuschüsse aus dem Lotteriefonds unterstützt der Kanton Zürich verschiedene Fussballprojekte mit jährlich rund vier Millionen Franken. Das ist gut investiertes Geld. Viele Kinder und Jugendliche – darunter auch schwierige Jungen und Mädchen – lernen in den Fussballklubs etwas fürs Leben. Hier finden sie Struktur und manchmal auch eine Heimat. Oder wie es der für Sport zuständige Regierungsrat Mario Fehr einst ausdrückte: «Fussball ist der grösste Integrationsmotor, den es gibt.»

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