Wohnbauland ist rar geworden

24.05.2017 - Mitteilung

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Wer im Kanton Zürich Bauland kaufen möchte, braucht Glück und nicht zuletzt viel Geld. Inden letzten Jahren kam immer weniger Land auf den Markt. Es gibt sogar Gemeinden, in denen seit längerem gar keine Grundstücke mehr gehandelt werden. Weil das Angebot so knapp ist, erreichen die Quadratmeterpreise an begehrten Lagen 3 000 Franken und mehr.

Zwischen 2007 und 2016 hat die Zahl der Landverkäufe auf ein Viertel abgenommen. Derzeit kommen im Kanton Zürich pro Jahr weniger als 400 unbebaute Grundstücke auf den Markt. Dabei hat die Verknappung des Angebots auch eine rechtliche Ursache. 2011 gab es nämlich eine Praxisänderung beim Verkauf von Stockwerkeigentum: Seither ist es nicht mehr üblich, den Landanteil einer Wohnung separat vom Gebäudeanteil zu erwerben. Damit verschwanden auf einen Schlag rund 750 Transaktionen pro Jahr aus der Bodenpreisstatistik.

Ein Drittel Abbruchliegenschaften

Da unbebautes Land immer rarer wird, gewann in jüngster Zeit der Handel mit bereits bebauten Parzellen an Bedeutung, auf denen das bestehende Gebäude dann abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird. Die Statistik bewertet Land mit einem Haus, das innerhalb von drei Jahren nach Verkauf einem Ersatzneubau weicht, als sogenannte Abbruchliegenschaft und zählt sie rückwirkend ebenfalls zum Bauland. Aus diesem Grund sind die Bodenhandelsdaten der letzten drei Jahre stets provisorisch. Mittlerweile sind etwa ein Drittel aller im Kanton gehandelten Grundstücke Abbruchliegenschaften. Sie häufen sich besonders an begehrten Lagen – etwa in der Stadt Zürich, wo sie 2013 bereits zwei Drittel aller Verkäufe von Wohnbauland betrafen. Aber auch am rechten und am linken Ufer des Zürichsees kommen viele Abbruchliegenschaften auf den Markt.

Zahl der gehandelten Grundstücke und Anteil der Abbruchliegenschaften 2007–2016

Kanton Zürich, Wohnbauland, Anzahl (links) bzw. Prozentanteil (rechts)

Als Abbruchliegenschaft gilt Land mit einem Gebäude, das innerhalb von drei Jahren nach Verkauf abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird. Deshalb liegen für die Jahre 2014 bis 2016 für den Anteil der Abbruchliegenschaften keine Werte vor.

Mehr als 900 Franken pro Quadratmeter

2016 kostete ein Quadratmeter Wohnbauland im Durchschnitt 750 Franken. Allerdings beinhaltet dieser Preis noch kaum Abbruchliegenschaften, die in der Regel an lukrativer Lage stehen und deutlich höhere Preise als unbebaute Grundstücke erzielen. Daher wird der kantonale Mittelwert nachträglich noch steigen. So lag der mittlere Quadratmeterpreis im letzten definitiv erhobenen und rückwirkend korrigierten Jahr, 2013, bei 930 Franken. Und für 2014 steht der Bodenpreis bereits bei 900 Franken, obwohl die Korrekturen derzeit noch nicht abgeschlossen sind. Dies lässt erwarten, dass der kantonale  Durchschnittspreis für das Jahr 2016 zu guter Letzt ebenfalls auf über 900 Franken steigen wird.

Markante regionale Preisunterschiede

Der Markt für Wohnbauland ist je nach Region – bedingt durch Faktoren wie die Entfernung zum Wirtschaftszentrum Zürich, die Lagegunst oder die Höhe der kommunalen Steuerfüsse – sehr unterschiedlich. Während der mittlere Bodenpreis im Weinland in den Jahren 2010 bis 2013 bei knapp 380 Franken lag, musste man in der Stadt Zürich für einen Quadratmeter Land mehr als das Sechsfache hinblättern. In den Regionen entlang des Zürichsees, am Pfannenstiel und am Zimmerberg, war es immer noch das Vierfache. Noch ausgeprägter sind die regionalen Unterschiede, wenn man unbebautes Land und Abbruchliegenschaften separat betrachtet: In der Kantonshauptstadt beträgt der Preis für Abbruchliegenschaften im Durchschnitt 3 100 und an der Goldküste 2 600 Franken pro Quadratmeter. Aber auch das seltene unbebaute Land, das heutzutage meist am Ortsrand liegt, kann gut und gerne 1 000 Franken kosten. Im Weinland hingegen finden sich noch immer Grundstücke für weniger als 380 Franken pro Quadratmeter – ein Preis, der im kantonalen Durchschnitt seit den späten Achtzigerjahren nicht mehr unterboten wurde.

Bodenpreis nach Regionen, Durchschnitt der Jahre 2010–2013

Kanton Zürich, Wohnbauland, in Franken pro Quadratmeter

Als Abbruchliegenschaft gilt Land mit einem Gebäude, das innerhalb von drei Jahren nach Verkauf abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird. Deshalb beschränkt sich diese Auswertung auf den Zeitraum 2010 bis 2013.

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