Je älter, desto teurer

24.05.2017 - Mitteilung

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Viele Eltern wissen ein Lied davon zu singen: Kinder können ganz schön ins Geld gehen. Während einige Posten des Familienbudgets wachsen, sobald sich Nachwuchs einstellt, werden andere kleiner, etwa die Ausgaben fürs Auswärtsessen. Für das ganze Haushaltsbudget gilt jedoch, dass die Konsumausgaben steigen, je älter die Kinder werden.

Kinder machen ihren Eltern Freude, kosten jedoch auch viel Geld. Denn Kinder essen und trinken, brauchen Kleidung, Schuhe und ein Dach über dem Kopf, benötigen vielleicht eine Zahnspange, gehen in den Musikunterricht oder lernen Skifahren. Im KantonZürich sind die grössten Budgetposten von Familien mit Kindern die Ausgaben für Wohnen und Energie, Steuern und Sozialversicherungen sowie Krankenkassenprämien. Darüber hinaus können Kinder auch indirekte Kosten verursachen, etwa wenn ein Elternteil wegen des Nachwuchses sein Arbeitspensum reduziert und deshalb eine Lohneinbusse erleidet.

Alter und Geschwisterzahl beeinflussen Kosten

Wie stark ein Kind das Familienbudget belastet, ist von seinem Alter und der Zahl seiner Geschwister abhängig sowie von der Art des Konsumguts. So verringern sich zum Beispiel die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Kinderkleider, sobald sich mehrals ein Kind im Haushalt tummelt, weil jüngere Geschwister das eine oder andere Kleidungsstück nachtragen können. Die Ausgaben für Nahrungsmittel wachsen dagegen mit der Zahl und dem Alter der Kinder. Gedämpft werden diese Mehrkosten ein wenig, weil Esswaren in Grosspackungen pro Person meist günstiger sind als Singleportionen. Bei anderen Konsumgütern spielt es keine Rolle, ob Kinder im Haushalt leben oder nicht. Etwa der Internetanschluss: Bei konstanter Leistung kosteter unabhängig von der Zahl der Personen, die ihn benutzen, immer gleich viel. Denn im Unterschied zu den Ausgaben für Kleidung oder Nahrung fallen jene für den Netzzugang pro Haushalt und nicht pro Haushaltsmitglied an.

Umlagerungseffekte bei Paarhaushalten mit Kindern, Durchschnitt der Jahre 2012–2014

Kanton Zürich, Konsumausgaben, im Vergleich zu den Ausgaben eines Paarhaushalts ohne Kinder, in Prozent

Die Ausgabenstruktur verändert sich mit dem Alter und der Zahl der Kinder. So gibt etwa ein Paarhaushalt mit einem Kind zwischen 12 und 17 Jahren im Mittel knapp 20 Prozent weniger für Restaurants, Hotels, Alkohol und Tabak aus als ein kinderloses Paar. Alle übrigen Budgetposten sind hingegen grösser. Der Grafik liegt die vereinfachende Annahme zugrunde, dass bei mehreren Kindern jeweils alle in derselben Altersgruppe sind.

Teilweiser Konsumverzicht bei den Eltern

Andere Budgetposten werden sogar kleiner, sobald Kinder Einzug halten, weil die Eltern ihre Konsumgewohnheiten verändern. So gibt die frischgebackene Durchschnittsfamilie weniger für Restaurantbesuche, Alkohol, Tabak und Freizeitbeschäftigungen aus als ein Paar, das keine Kinder hat. Auch die Ausgaben für Benzin oder Bahnbillette verringern sich in der Regel, weil sie eng mit der Erwerbstätigkeit verknüpft sind – und die ist in vielen Familien reduziert. Gerade Haushalte mit Kleinkindern haben deshalb im Vergleich zu kinderlosen Paarhaushalten nichtzwingend höhere, aber andere Konsumausgaben.

Fast doppelt so hohe Konsumausgaben

Mit der Zahl und dem Alter der Kinder steigen aller-dings die Kosten des Familienhaushalts. Das zeigt sich, wenn man alle Budgetposten in einen Topf wirft und nur die Gesamt-ausgaben betrachtet. Demnach gibt eine Familie mit drei Kleinkindern im Mittel nur geringfügig mehr Geld für Konsumgüter aus als ein Paar ohne Kinder. Sind die drei Geschwister hingegen im Teenager-Alter, steigen die Haushaltsausgaben auf nahezu das Doppelte des kinderlosen Paars. Ein Glück nur, dass die Arbeitspensen der Eltern im Durchschnitt wieder grösser werden, sobald die Kinder langsam dem Schulalter entwachsen.

Mehrausgaben eines Paarhaushalts mit Kindern, Durchschnitt der Jahre 2012–2014

Kanton Zürich, Konsumausgaben, im Vergleich zu den Ausgaben eines Paarhaushalts ohne Kinder, indexiert

Die Haushaltsausgaben steigen mit dem Alter und der Zahl der Kinder. So hat etwa ein Paarhaushalt mit zwei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren im Mittel fast anderthalb Mal so hohe Kosten wie ein kinderloses Paar. Der Grafik liegt die vereinfachende Annahme zugrunde, dass bei mehreren Kindern jeweils alle in derselben Altersgruppe sind.

Vorsicht Schätzwerte

Die Zahlen zu den Konsumausgaben stammen aus der Haushaltsbudgeterhebung des Bundes. Deren Ergebnisse aus den Jahren 2012 bis 2014 flossen in ein statistisches Modell ein, um die Mehrausgaben abzuschätzen, die einem Haushalt durch Kinder entstehen. Wie immer bei Modellrechnungen gilt: Die angeführten Zahlen sind eine Annäherung an die Wirklichkeit, die mit gewissen Unsicherheiten behaftet ist.

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