Dienstleistungssektor lässt Wirtschaft wachsen

28.08.2017 - Mitteilung

Zurück zu Mitteilungen

Im Jahr 2015 ist im Kanton Zürich die Zahl der Betriebe und Unternehmen sowie die Beschäftigten- und Stellenzahl weiter angestiegen. Der wachsende Dienstleistungssektor macht damit den schrumpfenden ersten und zweiten Sektor mehr als wett. Erstmals zählt der Kanton mehr als eine Million Beschäftigte.

Die Zürcher Wirtschaft ist im Jahr 2015 in jeder Dimension gewachsen: mehr Unternehmen, mehr Betriebe, mehr Beschäftigte und mehr Stellen. Das Wachstum fiel jedoch geringer aus als noch im Vorjahr. Mit Wachstumsraten von 1.0 Prozent bei den Unternehmen und Betrieben sowie von 0.7 Prozent bei der Stellen- und 1.1 Prozent bei der Beschäftigtenzahl verlief die Wirtschaftsentwicklung ziemlich parallel zum Schweizer Mittel.

Die Beschäftigtenzahl wuchs um 11'200 und überschritt erstmals in der Geschichte des Kantons Zürich die Marke von einer Mîllion. Umgerechnet in Vollzeitäquivalente (VZÄ) ergeben sich rund 790'000 Vollzeitbeschäftigte. Die Bedeutung der Teilzeitarbeit hat damit weiter zugenommen. 

Während die Stellenzahl im Dienstleistungssektor um 1.4 Prozent gestiegen ist, ist sie im sekundären Sektor (Bau, Industrie, Gewerbe) um 2.2 Prozent gesunken, was einem Rückgang um 3'000 Stellen entspricht. Im ersten Sektor hat sich der kontinuierliche Stellenrückgang mit einer Abnahme von 1'000 Stellen fortgesetzt. Die Bedeutung der Dienstleistungen hat sich damit weiter erhöht: 83 Prozent der Stellen entfallen auf diesen Sektor. Lediglich im Stadtkanton Genf ist der Dienstleistungsbereich mit 85 Prozent noch gewichtiger als im Kanton Zürich. Gemessen an der Beschäftigtenzahl liegt der Anteil der Dienstleistungen noch etwas höher, nämlich bei 85 Prozent, da Teilzeitarbeit hier besonders verbreitet ist.

Gesundheits- und Erziehungswesen legen weiter zu

Die Bedeutung der Dienstleistungen zeigt sich auch bei den zehn grössten Branchen im Kanton, gehören diese doch mit Ausnahme des Baugewerbes alle zum Dienstleistungssektor. Zusammen bieten sie 375'000 Stellen an, fast die Hälfte aller Arbeitsstellen im Kanton Zürich. Die Stellenzahl der Top-Ten-Branchen ist seit 2011 um mehr als 10'000 gestiegen. 

Die wichtigsten Branchen (2011-2015)

Unter den einzelnen Branchen sticht das Gesundheitswesen hervor: es zählt erstmals mehr als 50'000 VZÄ und ist damit klar die beschäftigungsstärkste Branche. Mit 48'900 VZÄ folgt neu das Erziehungs- und Unterrichtswesen an zweiter Stelle. Die Finanzdienstleistungen verzeichneten gegenüber dem Vorjahr einen weiteren Stellenabbau (-670) und sind damit nur noch die drittgrösste Branche im Kanton. Noch mehr Stellen verlor der Grosshandel (-1'100). Im Gegensatz dazu zeigt sich der Detailhandel, besonders auch verglichen mit anderen Landesregionen, robust. Er bietet im Kanton Zürich nun gleich viele Arbeitsstellen an wie der Grosshandel. Nahezu konstant geblieben ist die Stellenzahl in der Informationstechnologie sowie bei den Architektur- und Ingenieurbüros.

Demografischer Wandel verändert Branchenstruktur

Seit 2011 hat sich damit die Rangliste der bedeutendsten Branchen spürbar gewandelt. Während die wertschöpfungsintensiven Finanzdienstleistungen und der Grosshandel verloren, machten die staatsnahen Dienstleistungen Plätze gut.

Dieses Bild akzentuiert sich weiter, wenn man alle Branchen betrachtet. So sind auch die Heime und das Sozialwesen um jeweils rund 3'000 Stellen gewachsen. Der demografische Wandel und die wachsenden Anforderungen an staatliche Leistungserbringer schlagen sich damit auch in der Branchenstruktur des Kantons nieder.

Branchen mit starker Veränderung der Stellenzahl (2011-2015)

Daneben konnten aber auch einige privatwirtschaftliche, besonders freiberufliche Branchen ihre Stellenzahl erhöhen. Dazu zählen neben den Architektur- und Ingenieurbüros auch die Gebäudebetreuung, der Gartenbau, die Versicherer und Rückversicherer sowie die Unternehmensführung und -beratung.

Zu den Branchen mit dem grössten Stellenabbau seit 2011 zählen nebst den bereits erwähnten Finanzdienstleistern und dem Grosshandel mehrheitlich Branchen des produzierenden Sektors wie der Maschinenbau oder die Herstellung von Druckerzeugnissen. 

Branchenentwicklung in den Zürcher Regionen 2011–2015

Während im Vorjahr die Stellenzahl in allen Regionen des Kantons mit Ausnahme des Furttals gewachsen ist, zeigt sich im Jahr 2015 ein heterogenes Bild: Das Stellenwachstum konzentriert sich besonders auf die Städte Zürich und Winterthur. Daneben konnten lediglich das Knonaueramt und der Pfannenstiel zusätzliche Arbeitsstellen verzeichnen. Sogar die verkehrstechnisch bestens erschlossenen Regionen Glattal und Limmattal mussten einen geringen Stellenrückgang hinnehmen. Beide wurden sie besonders vom Schrumpfen der Finanzdienstleister und Grosshändler getroffen.

Branchenentwicklung in den Schweizer Grossregionen 2011–2015

Nach einem im Landesvergleich stark überdurchschnittlichen Wachstum im Jahr 2014 ist die Stellenzahl im Kanton Zürich 2015 mit 5'800 Stellen bzw. 0.7 Prozent etwa im Schweizer Mittel gewachsen. Die dynamischste Entwicklung verzeichneten die Genferseeregion (+ 0.9 Prozent) und die Zentralschweiz (+0.8 Prozent), während die Ostschweiz sogar einen minimen Stellenrückgang verzeichnete. Die negative Entwicklung bei den Finanzdienstleistungen zeigt sich in der ganzen Schweiz. Der Rückgang im Grosshandel ist auch in der Genferseeregion erkennbar. In den Grenzregionen ist zudem, anders als im Kanton Zürich, auch der Detailhandel vom Stellenabbau betroffen.

Zurück zu Mitteilungen