Leerwohnungsstatistik 2017

17.08.2017 - Mitteilung

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Im Jahr 2017 standen im Kanton Zürich etwa 6600 Wohnungen leer – im Vergleich zum Vorjahr sind es nochmals rund 450 mehr. Dies entspricht einem erneuten Anstieg der Leerstandziffer von 0.84 auf 0.90 Prozent. Während in der Stadt Zürich die Zahl leerer Wohnungen trotz grosser Bautätigkeit sogar leicht sank, stieg sie im Rest des Kantons spürbar an. In weiten Teilen des Kantons ist die Wohnsituation jedoch praktisch unverändert geblieben, da sich in vielen Gemeinden die Leerwohnungszahl nur gering verändert hat.

Mit der Leerwohnungszählung wird jährlich die Zahl der Wohnungen ermittelt, die per 1. Juni leer stehen. Die Leerwohnungszahl bildet nur einen Teil der Wohnungen ab, die auf den Markt kommen. Der Grossteil der Wohnungen wird unmittelbar nach einem Auszug wieder vermietet oder verkauft und steht somit nie wirklich leer. Insbesondere in attraktiven Lagen kann davon ausgegangen werden, dass freiwerdende alte und auch neu erstellte Wohnungen sehr schnell einen Mieter oder Käufer finden.

Wohnbautätigkeit und Leerwohnungszahlen

Seit 2012 nimmt die Zahl leerstehender Wohnungen im Kanton deutlich zu. Die aktuelle Zunahme liegt jedoch merklich unterhalb der des Jahres 2014, als gegenüber dem Vorjahr knapp 1'200 zusätzliche Wohnungen verzeichnet wurden. Insgesamt ist die Zahl leerstehender Wohnungen seit 2012 immerhin um rund 2'300 angestiegen.

Die Zahl leer Wohnungen hängt dabei eng mit der Bautätigkeit zusammen. In Jahren mit hoher Bautätigkeit stehen tendenziell auch mehr Wohnungen leer. Dies liegt unter anderem daran, dass Neubauprojekte in der Regel eine gewisse Zeit benötigen, bis diese voll vermietet oder verkauft sind. Der in den letzten Jahren zu verzeichnende Anstieg hängt somit auch damit zusammen, dass seit 2012 mehr als 50'000 neue Wohnungen erstellt wurden.

Die Zahl leer Wohnungen hängt dabei eng mit der Bautätigkeit zusammen. In Jahren mit hoher Bautätigkeit stehen tendenziell auch mehr Wohnungen leer. Dies liegt unter anderem daran, dass Neubauprojekte in der Regel eine gewisse Zeit benötigen, bis diese voll vermietet oder verkauft sind. Der in den letzten Jahren zu verzeichnende Anstieg hängt somit auch damit zusammen, dass seit 2012 mehr als 50'000 neue Wohnungen erstellt wurden.

Auch der Anstieg der Leerwohnungszahl von 2003 bis 2007 fällt mit einer Phase steigender Bautätigkeit zusammen. Gleichzeitig werden in diesem Zeitraum die ersten Auswirkungen der Personenfreizügigkeit mit der EU spürbar. Die starke Bevölkerungszunahme führt daher in den folgenden Jahren zu einer Abnahme der Leerwohnungsquote. Von 2007 fiel die Leerwohnungsziffer von ca. 0.75 auf unterhalb von 0.6% im Jahr 2013. Im Vergleich zur starken Bevölkerungszunahme unmittelbar nach der Umsetzung der vollen Personenfreizügigkeit mit der EU hat die Bevölkerungszahl über die letzten Jahre weniger stark zugenommen. Das Wachstum liegt aber immer noch auf einem hohen Niveau von über 19'000 Personen pro Jahr. Da jedoch in den vergangenen Jahren nochmals mehr Wohnungen gebaut wurden, stieg die entsprechend Leerwohnungsquote weiter an.  

Radius der Wohnungssuche erweitern

Obwohl die Leerwohnungszahl über den Gesamtkanton betrachtet angestiegen ist, scheint die Situation in weiten Teilen des Kantons weitgehend stabil zu sein. In deutlich mehr als der Hälfte der Zürcher Gemeinden hat sich die Zahl der leerstehenden Wohnungen um weniger als 5 Wohnungen verändert. In der Stadt Zürich ist die Leerwohnungsziffer sogar leicht auf 0.21 gesunken.

Obwohl sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt grundsätzlich weiter entspannt hat und wieder mehr leere Wohnungen verfügbar sind, kann es gut sein, dass man lokal betrachtet kein grösseres Leerwohnungsangebot vorfindet. Wer hingegen seinen Suchradius vergrössern kann, profitiert entsprechend von gestiegenen Angebot.

Regionale Besonderheiten

Das Raumordnungskonzept als Teil des kantonalen Richtplans teilt den Kanton in fünf Handlungsräume auf, für die aufgrund ihrer Lage und strukturellen Voraussetzungen unterschiedliche Entwicklungsstrategien entworfen wurden. Während beispielsweise in der urbanen Wohnlandschaft und der Stadtlandschaft ein Fokus auf eine kompakte und dichte Siedlungsentwicklung gelegt wird, stehen in der Natur- und Kulturlandschaft eine ausgewogene Natur-/Landschafts- und Siedlungsentwicklung im Vordergrund.

Die Leerwohnungszahlen spiegeln grundsätzlich den Wohnungsbestand wieder: je mehr Wohnungen im Handlungsraum vorhanden sind, desto mehr Leerwohnungen sind insgesamt zu finden. Insgesamt befinden sich die meisten Leerwohnungen in urbanen Wohnlandschaften - also einem Raum der in der Regel über gute infrastrukturelle Voraussetzungen verfügt und kurze Reisezeiten in die Zentren verspricht. Die Stadlandschaften ist die Ausnahme von der Regel: Innerhalb dieser zentralen und gut erschlossenen Räume des Kantons sind verhältnismässig sehr wenige Leerwohnungen zu finden. Der geringe Leerstand ist hier auch Ausdruck der attraktiven infrastrukturellen Voraussetzungen wie Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs oder Nähe zu Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen sowie zum Arbeitsplatz.

Setzt man die Leerwohnungen und Wohnungsbestand in Zusammenhang ergibt sich für die Stadtlandschaft eine sehr niedrige Leerwohnungsquote – und das gilt für alle Wohngrössen. Keine Wohnungsgrösse in der Stadtlandschaft erreicht eine Quote von 0.5 und liegt somit deutlich unter allen anderen Handlungsräumen.

Leerstand in den Gemeinden

Die Entwicklung der Leerwohnungszahlen in einzelnen Gemeinden wird besonders von der Bauentwicklung beeinflusst und kann daher vor allem in kleineren Gemeinden sehr stark schwanken. In der folgenden interaktiven Grafik kann die Entwicklung der Leerstandszahlen für den gesamten Kanton und über die letzten Jahre nachvollzogen werden.

Das Anklicken mehrerer Gemeinden ermöglicht einen Vergleich zwischen den Gemeinden. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass den Gemeinden zur Erhebung der Leerstandszahlen unterschiedliche Methoden zugestanden werden. Diese reichen von der Nutzung von Registerdaten über Daten der Elektrizitätswerke bis hin zur Auswertung von Webportalen. In der Regel nutzen die Gemeinden eine Kombination unterschiedlicher Erhebungsmethoden.

Aufgrund dieser Tatsache ist eine direkte Vergleichbarkeit daher nicht zwingend gegeben. Insbesondere im Zeitverlauf lassen sich jedoch Entwicklungstrends in den Gemeinden vergleichen.

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