Zürcher Branchenstruktur im Umbruch – Gesundheitswesen überholt Finanzdienstleistungen

10.11.2016 - Mitteilung

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2014 ist im Kanton Zürich sowohl die Zahl der Betriebe und Unternehmen als auch die Beschäftigung im Vergleich zum Landesmittel überdurchschnittlich stark gewachsen. Das Gesundheitswesen hat die Finanzdienstleistungen als beschäftigungsstärkste Branche abgelöst.

Im Kanton Zürich waren im Jahr 2014 erstmals mehr als 100'000 Unternehmen registriert. Verglichen mit dem Vorjahr waren es 3.8 Prozent mehr, eine Zunahme, die deutlich höher liegt als in den vergangenen Jahren. Dagegen fiel das Wachstum der vollzeitäquivalent Beschäftigten (VZÄ) mit 1.2 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Durch die gegenläufige Entwicklung des Beschäftigungswachstums im zweiten (- 0.2%) und im dritten Sektor (+ 1.5%) hat sich die Bedeutung der Dienstleistungen für die Zürcher Wirtschaft weiter erhöht. 2014 entfielen 82 Prozent des gesamten Beschäftigungsvolumens auf den Dienstleistungssektor. Der Kanton Zürich übertraf die landesweiten Wachstumszahlen sowohl hinsichtlich der Beschäftigung als auch der Zahl an Unternehmen und Betrieben. Mit Ausnahme des Furttals hat sich die Beschäftigung zwischen 2011 und 2014 in allen Regionen des Kantons positiv entwickelt.

Gesundheitswesen neu am beschäftigungsstärksten

Nach Branchen betrachtet sticht das Gesundheitswesen hervor, das mit seinen fast 50’000 VZÄ die Finanzdienstleistungen als beschäftigungsstärkste Branche abgelöst hat. Dieser Wechsel hat sich in den letzten beiden Jahren abgezeichnet, als die Zahl der VZÄ in den Finanzdienstleistungen jeweils um über drei Prozent gesunken ist, während sie im Gesundheitswesen um jeweils mehr als zwei Prozent zugelegt hat. Die Finanzdienstleistungen beschäftigen heute rund 3’750 VZÄ weniger als noch vor drei Jahren. An dritter Stelle folgen mit dem Erziehungs- und Unterrichtswesen weitere staatliche oder zumindest staatsnahe Dienstleistungen, die in den vergangenen Jahren ihre Beschäftigung kontinuierlich ausweiteten.  

Im Gegensatz dazu ist die Beschäftigung im Grosshandel in den letzten drei Jahren um 2’000 Vollzeitstellen geschrumpft, diejenige im Detailhandel hat sich nach einem Rückgang in den Jahren 2012 und 2013 wieder erholt. Die erwähnten Branchen weisen alle ein Beschäftigungsvolumen von über 40’000 VZÄ auf. Die nächstgrösseren Branchen «Ausbaugewerbe» und «Gastronomie» weisen ein deutlich geringeres Beschäftigungsvolumen auf und waren in den vergangenen Jahren durch unterschiedliche Veränderungsraten geprägt. Stets angestiegen ist hingegen das Beschäftigungsvolumen in den Architektur- und Ingenieurbüros. Die Dienstleistungen der Informationstechnologie weisen für das Jahr 2014 mit 3.8 Prozent ein besonders hohes Beschäftigungswachstum auf. Im Gegensatz dazu hat die Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung stagniert, sie gehört aber nach wie vor zu den zehn beschäftigungsstärksten Branchen im Kanton. Zusammen sorgen die Top Ten der Branchen für beinahe die Hälfte der vollzeitäquivalenten Stellen im Kanton Zürich.

Überdurchschnittliches Wachstum im Kanton Zürich

Gesamtschweizerisch ist die Beschäftigung 2014 gegenüber dem Vorjahr um 0.8 Prozent gewachsen. Der Kanton Zürich weist mit 1.2 Prozent ein überdurchschnittliches Beschäftigungsplus aus. Eine noch stärkere Zunahme konnten lediglich das Tessin (+ 1.6%) und die Genferseeregion (+ 1.5%) verbuchen. Die Entwicklung auf Branchenebene folgte im Zeitraum 2011 bis 2014 über die Landesregionen hinweg dem gleichen Muster wie im Kanton Zürich. Die Finanzbranche hat in fast allen Landesregionen an Bedeutung eingebüsst. Lediglich in der Zentralschweiz hat sie ihr Beschäftigungsvolumen gesteigert. Im Kontrast dazu konnten das Gesundheitswesen sowie die Architektur- und Ingenieurbüros in allen Landesregionen zulegen. In anderen Branchen ist das Bild weniger einheitlich. Beispielsweise ist die Beschäftigung im Grosshandel im Kanton Zürich (- 3.5%) und in der Genferseeregion (- 2.5%) leicht rückläufig, während sie im Tessin rasant zugenommen hat (+ 15.1%) und in anderen Regionen stabil geblieben ist.

Entwicklung der grössten Branchen nach Grossregion (2011-2014)

Finanzsektor gewinnt im Limmattal

Innerhalb des Kantons Zürich konnten mit Ausnahme des Furttals (- 1%) alle Regionen einen Anstieg des Beschäftigungsvolumens verzeichnen. Prozentual ist die Beschäftigung im Oberland (+ 1.8%), im Glattal (+ 1.9%) und im Knonauer-Amt (+ 1.5%) am stärksten gewachsen. In der Stadt Zürich nahm die Beschäftigung um 1.2 Prozent zu. Auch auf regionaler Ebene offenbart der Branchenvergleich die bereits auf kantonaler Ebene erkennbare Dynamik. Der Finanzsektor verzeichnete in den meisten Regionen ein deutliches Beschäftigungsminus. Das Limmattal schert als einzige Region mit einer Beschäftigungszunahme aus (+ 2.8%). Die Beschäftigung im Gesundheitswesen und in den Architektur- und Ingenieurbüros wächst hingegen kantonsweit, wenn auch unterschiedlich stark.  

Entwicklung der grössten Branchen nach Zürcher Region (2011-2014)

Kleine Betriebe mit höchstem Beschäftigungswachstum

Seit 2011 ist die Zahl der VZÄ im Kanton Zürich um 23’700 angestiegen. Am stärksten zu diesem Wachstum beigetragen haben die grossen Betriebe, die definitionsgemäss mindestens 250 Vollzeitstellen zu besetzen haben. Die rund 300 Betriebe dieser Grössenklasse haben zwischen 2011 und 2014 8’500 neue Stellen geschaffen. Rund 6’600 neue Stellen sind in kleinen Betrieben (10 bis 50 Vollzeitstellen) entstanden. Sie verzeichneten jedoch das höchste Wachstum im Jahr 2014. Am wenigsten zum Beschäftigungswachstum beigetragen haben hingegen die mittleren Betriebe (50 bis 250 Vollzeitstellen), die ihre Stellenzahl lediglich um 3’500 oder 15 Prozent ausweiteten. Die Mikrobetriebe mit weniger als 10 Vollzeitstellen sind im Vorjahresvergleich am wenigsten stark gewachsen. Die VZÄ im Kanton sind beinahe gleichmässig auf die vier Betriebsgrössen-Typen verteilt.

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