Veloverkehr im Kanton Zürich

11.02.2015 - Mitteilung

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Fahrradklingel

Laut der Repräsentativbefragung «Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2010» legen die Zürcherinnen und Zürcher im Schnitt täglich weniger als einen Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Damit bewältigt das Velo rund zwei Prozent des Verkehrsaufkommens. Nimmt man hingegen nicht die Zahl der gefahrenen Kilometer, sondern jene der zurückgelegten Wegetappen zum Massstab, so beträgt der Marktanteil des Fahrrads rund vier Prozent. Dies zeigt unsere Analyse aus der Reihe «statistik.info».

Dem doch eher bescheidenen Marktanteil steht die Tatsache gegenüber, dass drei Viertel der Zürcher Bevölkerung immer oder zeitweise über ein Fahrrad verfügen können. Sie benutzen das Velo sowohl zum Pendeln als auch beim Einkaufen und in der Freizeit zu etwa gleichen Teilen. Einzig im Ausbildungsverkehr, also auf Fahrten zwischen Wohnort und Schule, Universität oder Ausbildungsplatz, ist der Marktanteil des Fahrrads leicht erhöht.

Gemäss dem kantonalen Gesamtverkehrskonzept soll der Veloverkehr künftig eine wichtigere Rolle spielen als heute, unter anderem als Zubringer zum öffentlichen Verkehr. Derzeit benutzen viele Zürcherinnen und Zürcher auf kurzen Strecken das Auto. Ziel ist, sie mindestens teilweise zum Umsteigen aufs Velo zu bewegen.

Gegen eine Verkehrsverlagerung vom Auto aufs Fahrrad spricht allerdings nicht nur die Tatsache, dass individuelle Mobilitätsmuster ziemlich beharrlich sind, sondern auch, dass kurze Autofahrten häufig dazu dienen, Personen oder Waren zu transportieren. Dies zeigt sich etwa am Beispiel des Einkaufsverkehrs. Wer eine Autoetappe zurücklegt, die nicht länger als fünf Kilometer ist, tut dies in einem von drei Fällen um einzukaufen. Damit spielen kurze Autofahrten beim Einkaufen eine überdurchschnittlich grosse Rolle, denn «normalerweise» dient nur jede fünfte Etappe Einkaufszwecken.

An einem durchschnittlichen Tag greifen rund neun Prozent der Zürcher Bevölkerung zum Velo, um mindestens eine Wegetappe damit zurückzulegen. Wer das Velo im Alltag verwendet, ist typischerweise jung und eher ein Mann als eine Frau. Zudem gilt: Je ländlicher der Wohnort, desto öfter kommt der Drahtesel zum Einsatz. Die Ausnahme von der Regel ist die Velohochburg Winterthur: Hier schwingen sich an einem gewöhnlichen Tag 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in den Sattel.

Das Ausmass der Velonutzung hängt nicht zuletzt auch von äusseren Bedingungen ab. So kommt das Velo im Sommer öfter zum Einsatz als im Frühling und im Herbst, und im Winter bleibt es bei den meisten Leuten im Keller. Schliesslich lässt sich mit Hilfe der Mikrozensus-Daten auch zeigen, dass das Radfahren in flachen Gegenden beliebter ist als in hügeligen.

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