Struktur der Einwanderung hat sich verändert

16.12.2015 - Mitteilung

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Die Personenfreizügigkeit mit der EU hat den Umfang  und die Zusammensetzung der Einwanderung in den Kanton Zürich verändert. Neben dem Rechtsrahmen spielt aber auch die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen EU-Staaten eine Rolle. Dies zeigt eine Studie des Statistischen Amts zu den internationalen Wanderungen der ausländischen Wohnbevölkerung im Kanton Zürich 1999–2014.

In den Jahren seit 2002 hat die Netto-Einwanderung von ausländischen Staatsangehörigen in den Kanton Zürich deutlich zugenommen. Am höchsten war sie 2007 und 2008 mit dem Wegfall der Kontingente für die Länder der EU-17/EFTA, seither hat sie sich bei etwa 15‘000 Personen pro Jahr eingependelt. Die Netto-Einwanderung von Staatsangehörigen aus dem EU/EFTA-Raum hat laufend an Bedeutung gewonnen, gegenwärtig sind es rund 70 Prozent der gesamten Netto-Einwanderung. Die Netto-Einwanderung von Drittstaatenangehörigen (Nicht-EU/EFTA) ist in absoluten Zahlen seit 2002 stabil geblieben, ihr Anteil aber auf rund 30 Prozent gesunken.

Die unterschiedliche konjunkturelle Entwicklung innerhalb der EU infolge der Wirtschaftskrise hat die Wanderungsbewegungen beeinflusst. In den ersten Jahren der Personenfreizügigkeit war die Netto-Einwanderung von deutschen Staatsangehörigen überdurchschnittlich hoch. Sie ist aber seit 2009 rückläufig, weil von Jahr zu Jahr etwas weniger Deutsche ein- und gleichzeitig mehr ausgewandert sind. Dafür ist in den letzten Jahren die Netto-Einwanderung von Staatsangehörigen aus den stärker von der Wirtschaftskrise betroffenen südeuropäischen Ländern Italien, Portugal und Spanien deutlich angestiegen. Vor der Personenfreizügigkeit war deren Wanderungsbilanz noch negativ gewesen. In jüngster Zeit hat auch die Netto-Einwanderung aus osteuropäischen EU-Ländern wie zum Beispiel Ungarn und Polen zugelegt, weil die Kontingentierung für die Staaten der EU-8 aufgehoben wurde.

Die Erwerbstätigkeit ist seit 2006 der wichtigste Einwanderungsgrund, vor der Personenfreizügigkeit war es dagegen der Familiennachzug. Die Personen aus den EU-Ländern kommen zu 70 Prozent wegen der Arbeit und zu einem Fünftel wegen der Familie in den Kanton Zürich. Aus Drittstaaten kommt über die Hälfte im Rahmen des Familiennachzugs – aufgrund der restriktiven Zulassungsbedingungen reisen nur 15 Prozent wegen des Erwerbs ein.

Hauptdatenquelle sind die Ausländerstatistiken des Staatssekretariats für Migration, die auf den ZEMIS-Daten basieren.

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