Sinkende Eigentumspreise im vierten Quartal 2012

26.03.2013 - Mitteilung

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Handänderungen

Die Quartalsdaten der Handänderungsstatistik zeigen im letzten Quartal 2012 erstmals seit längerer Zeit rückläufige Preise. Bei den Einfamilienhäusern beschränkt sich der Preisrückgang auf das mittlere und tiefe Segment, beim Stockwerkeigentum ist eine rückläufige Tendenz auch bei den teuren Objekten auszumachen. Derweil hat sich der Bodenmarkt wieder stabilisiert, nachdem die Verkaufszahlen im dritten Quartal eingebrochen waren.

Das Statistische Amt des Kantons Zürich veröffentlicht die Resultate der Handänderungsstatistik quartalsweise. Preisschwankungen von Quartal zu Quartal sind nicht aussergewöhnlich, die Entwicklung der Median- und Quartilspreise zeigte schon in früheren Jahren Schwankungen (Grafik 1). Bemerkenswert ist der jüngste Preisrückgang auf breiter Front aber vor dem Hintergrund der erhöhten Anforderungen an Eigenmittel und Amortisation, die seit dem Juli 2012 für Hypothekarfinanzierungen gelten. Es wird allgemein vermutet, dass sich dies dämpfend auf die Nachfrage auswirkt, vorab im Bereich des preisgünstigen Wohneigentums.

Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen betroffen

Die Handänderungsstatistik zeigt bei den Einfamilienhäusern die erwartete Entwicklung: es werden rückläufige Preise vor allem im günstigeren Bereich des Preisspektrums verzeichnet. Zehn Prozent aller verkauften Objekte kosteten weniger als 841 Franken pro Kubikmeter Gebäudevolumen – im Vorquartal waren es noch 966 Franken gewesen. Es dürfte sich dabei mehrheitlich um ältere Häuser handeln, die verkauft werden. Auch Eigentumswohnungen wurden im vierten Quartal günstiger. Im Unterschied zu den Einfamilienhäusern sind hier auch höhere Preissegmente vom Rückgang betroffen. Es bleibt abzuwarten, ob es der Preisrückgang anhält oder es sich nur um eine vorübergehende Dämpfung handelt.

Bodenpreise erholen sich

Im Gegensatz zu den Immobilienpreisen kann man bei den Baulandpreisen im vierten Quartal 2012 einen Wiederanstieg feststellen (Grafik 2). Die zyklischen Schwankungen des Bodenmarkts sind zwar ausgeprägt. Dennoch ist der scharfe Rückgang sowohl der der Preise als auch der Verkaufszahlen im dritten Quartal auffällig. Die Annahme der Kulturlandinitiative am 16. Juni hatte offenbar dazu geführt, dass der Abschluss vieler Transaktionen von Bauland verschoben wurde; die Zahl der Handänderungen reduzierte sich auf weniger als die Hälfte der üblichen Menge. Damit verbunden war ein deutlicher Rückgang des Medianpreises, der aber nicht als allgemeiner Preisrückgang interpretiert werden darf. Vielmehr dürfte dies eine Folge davon sein, dass eher der Verkauf von qualitativ gutem Bauland hinausgeschoben wurde. Im vierten Quartal erholten sich sowohl Mengen als auch Preise wieder auf das vor der Abstimmung übliche Niveau.

Wo wurden welche Preise bezahlt? Beliebte Internetapplikation

Seit Dezember erlauben zwei neue Webapplikationen des Statistischen Amts einen detaillierten Einblick in die Preise, die im Kanton Zürich für Häuser und Wohnungen bezahlt werden. Vierteljährlich werden dafür alle Transaktionen von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen aus der Handänderungsstatistik ausgewertet und mit Lageangaben ergänzt. Die Applikation erlaubt eine präzise Ausfilterung der Verkaufspreise hinsichtlich Gemeinde oder Stadtquartier, Grösse, Lage und Baualter der Liegenschaft. Das neue Angebot ist beliebt - in den ersten 100 Tagen wurde die Applikation bereits 12‘000 Mal aufgerufen.

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