Zentrale Lagen begehrt

27.09.2011 - Mitteilung

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Der mittlere Bodenpreis lag im Kanton Zürich 2010 bei 658 Franken. Nach über zehn Jahren mehrheitlich stagnierender Preise stieg das Niveau seit 2005 in den meisten Gebieten des Kantons wieder an, mehrheitlich um rund 20 Prozent.

Der Preisauftrieb seit 2005 kommt im kantonalen Mittelwert weniger klar zum Ausdruck. Denn gleichzeitig lässt sich eine räumliche Verschiebung der Verkäufe beobachten: In den städtischen Gebieten ist die Zahl der Transaktionen rückläufig, auf dem Land bleibt sie konstant. Diese Schwerpunktverlagerung der Verkäufe gegen den ländlichen Raum führt zu einer Dämpfung des Preisanstiegs im kantonalen Mittel.

Die jüngsten Preisanstiege sind nicht zuletzt auf die wachsende Bedeutung des Ersatzneubaus zurückzuführen. Bauland wird seit einiger Zeit knapper, womit unternutzte Parzellen an zentralen Lagen für eine Verdichtung interessant werden. Viele Altbauten liegen an bevorzugten Lagen und erzielen dank ihrer Nutzungsreserven hohe Preise. Ersatzneubau kann angesichts der guten Absatzmöglichkeiten des neu entstehenden Wohnraums eine lohnende Option für die Investoren sein.

Die Liegenschaftspreise sind unter solchen Umständen in Wirklichkeit Landkosten. Die Bodenpreisstatistik trägt diesem Trend Rechnung und ermittelt Landpreise auch für Gebäude, die innerhalb von zwei Jahren nach dem Verkauf abgebrochen werden. Die Verbreitung solcher Abbruchliegenschaften hat in den letzten Jahren zugenommen. Auf 1000 Quadratmeter verkauften Baulandes entfallen heute 300 Quadratmeter verkaufte Abbruchliegenschaften; vor zehn Jahren waren es erst 60 Quadratmeter gewesen. Und da vor allem an attraktiven Lagen verdichtet wird, ist ein Teil der Preissteigerung auf diesen Effekt zurückzuführen.

Die Landpreise, die für Abbruchliegenschaften bezahlt werden, liegen in allen Gebieten des Kantons um 50 bis 65 Prozent höher als bei unbebautem Land. Dies liegt an der meist besseren Lage. Unbebaute Landreserven liegen heute tendenziell eher am Ortsrand, Objekte hingegen, die für eine Realisierung vorhandener Nutzungsreserven interessant sind, zumeist an bevorzugten und zentralen Lagen.

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