Um 1980 Geborene überflügeln im Kanton Zürich die Babyboomer

04.07.2018 - Medienmitteilung

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Alterspyramiden nach Heimat und Geschlecht 2016

Die geburtenstärksten Jahrgänge aus der Babyboomzeit stellen nicht mehr die grösste Altersjahrgruppe im Kanton Zürich, sondern die Jahrgänge um 1980 – dies im Gegensatz zur übrigen Schweiz. Eine aktuelle Studie des Statistischen Amts geht der Frage nach, wie und weshalb sich die Altersstruktur im Kanton Zürich in den letzten Jahren verändert hat.

Die Jahrgänge aus der Babyboomzeit prägen seit über einem halben Jahrhundert die Form der Alterspyramide. Der Babyboom kam damals in der Schweiz in zwei Wellen, mit einem ersten Höhepunkt 1946 und einem zweiten 1964. Im Kanton Zürich war allerdings das Jahr 1963 noch etwas geburtenreicher als 1964. Heute leben im Kanton Zürich rund 23'000 Personen, die 1964 geboren wurden. Davon kamen etwa 9000 im Kanton Zürich zur Welt, was der Hälfte der damals Geborenen entspricht. Die andere Hälfte ist im Lauf der Zeit weggezogen, oder, zu einem geringen Teil, bereits gestorben. Folglich sind 14'000 Personen mit Jahrgang 1964 nicht im Kanton Zürich geboren, sondern, mehrheitlich in jungen Jahren, aus der übrigen Schweiz oder aus dem Ausland zugezogen.

Im Verlauf der Jahrzehnte haben sich die geburtenstarken Jahrgänge in der Alterspyramide nach oben verschoben. Landesweit ist der Jahrgang 1964 noch heute am zahlreichsten. Im Kanton Zürich, wie auch in Basel-Stadt, ist dies hingegen nicht mehr der Fall. Hier haben die Jahrgänge um 1980 die Jahrgänge um 1964 in den letzten Jahren überflügelt. So leben im Kanton Zürich heute 25'000 Menschen mit Jahrgang 1980.

Verjüngende Zuwanderung

Ursache dafür ist vor allem die starke Zuwanderung von jungen Leuten in den letzten Jahren. Deren bevorzugtes Ziel sind die beiden grossen Städte Zürich und Winterthur, die als Wirtschafts- und Hochschulstandorte für junge Leute aus dem In- und Ausland attraktiv sind. Auch im Limmat- und im Glattal sind die Jahrgänge um 1980 unterdessen stärker vertreten als jene um 1964. In den meisten Gebieten des Kantons Zürich sind die Jahrgänge um 1964 aber nach wie vor am stärksten.

Die Bevölkerung der Stadt Zürich ist im Schnitt deutlich jünger als jene im übrigen Kantonsgebiet. Ursache dafür ist nicht nur die Zuwanderung junger Leute, sondern auch der Umstand, dass die Stadt per Saldo Familien und ältere Menschen verliert. Dementsprechend haben die Über-45-Jährigen und besonders die Babyboomer im übrigen Kantonsgebiet ein viel höheres Gewicht als in der Kantonshauptstadt.

Geburtenstarke Jahrgänge treiben demografische Alterung an

Obschon die Zuwanderung verjüngend wirkt, schreitet die demografische Alterung der Bevölkerung weiter voran. Denn die geburtenstarken Jahrgänge hinterlassen weiterhin deutliche Spuren in der Alterspyramide: In den letzten Jahren sind die Altersjahre 50 bis 59 am stärksten gewachsen, deutlich stärker als die grösste Einwanderungsgruppe der 30- bis 39-Jährigen, wohingegen die Zahl der 40- bis 49-Jährigen geschrumpft ist. Die geburtenstarken Jahrgänge aus den 1960er-Jahren wachsen nun langsam ins Rentenalter hinein, jene aus den 1940er-Jahren feiern bald ihren 80. Geburtstag. Als Folge davon wird sich das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Pensionierten deutlich zuungunsten der Erwerbstätigen verschieben.

Demografische Prozesse im Hintergrund

Die Alterszusammensetzung der Bevölkerung resultiert aus dem «Zusammenspiel» von Geburten, Sterbefällen und Wanderungsbewegungen. Zusätzlich hat natürlich auch das individuelle Älterwerden einen Einfluss: An jedem Geburtstag klettert die Jubilarin, der Jubilar in der Alterspyramide einen Schritt nach oben. Daraus ergibt sich schliesslich die Form der Alterspyramide sowie ihre Veränderung über die Zeit.

Zwischen 2011 und 2016 sind im Kanton Zürich rund 98'000 Kinder geboren worden. Im gleichen Zeitraum sind 64'000 Personen gestorben, mehrheitlich nach ihrem 80. Geburtstag. Rund 345'000 Personen sind aus dem Ausland oder der übrigen Schweiz zugewandert, zu zwei Dritteln im Alter zwischen 18 und 39. Es sind aber auch etwa 260'000 Personen aus dem Kanton Zürich weggezogen, was unter dem Strich ein Plus von 85'000 Personen ergibt. All diese demografischen Prozesse zusammen haben deshalb bewirkt, dass die Zürcher Bevölkerung in den sechs Jahren 2011 bis 2016, unter Berücksichtigung von statistischen Bereinigungen, um rund 115'000 Personen gewachsen ist.

Datengrundlage

Die Studie des Statistischen Amts basiert auf STATPOP, der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte des Bundesamts für Statistik. Die Auswertungen beziehen sich auf die ständige Bevölkerung (Stand per Ende 2016). Zu den Babyboomern zählen gemäss gängiger Definition die Geburtsjahrgänge 1946 bis 1964. Geburtenstark waren aber alle Jahrgänge in den 1940-er bis 1960-er Jahren.

Alterspyramiden nach Heimat und Geschlecht 2016

Kanton Zürich und Teilräume, im Vergleich mit der übrigen Schweiz. Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung des Gebiets in Prozent.

(Medienmitteilung des Statistischen Amtes)

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