Grosse regionale Preisunterschiede bei Wohnimmobilien

01.11.2017 - Medienmitteilung

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Ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet mittlerweile 1,1 Millionen Franken im Kanton Zürich. Eigentumswohnungen sind knapp eine Viertelmillion günstiger. Die regionalen Preisunterschiede sind allerdings beträchtlich: Am Pfannenstiel kostet ein Einfamilienhaus im Schnitt doppelt so viel wie im Weinland. Eine aktuelle, auf den Zahlen aus den Jahren 2007 bis 2016 basierende Studie des Statistischen Amtes gibt einen Überblick über die regionalen Preisstrukturen und Entwicklungen auf dem Zürcher Immobilienmarkt.

Wer 2016 im Kanton Zürich ein Einfamilienhaus erwarb, gab dafür im Mittel rund 1,1 Millionen Franken aus. Für eine Eigentumswohnung waren rund 870'000 Franken fällig. Bei beiden Typen von Wohnimmobilien sind die Preise in den letzten zehn Jahren stark angestiegen. Während ein mittleres Einfamilienhaus im Jahr 2007 noch für weniger als 800'000 Franken zu haben war, lag der Durchschnittspreis für eine Eigentumswohnung damals sogar unter 600'000 Franken.

Günstiger Nordosten

Wer auf der Suche nach einer günstigen Immobilie ist, wird am ehesten im Weinland, im Raum Winterthur, im Ober- oder im Unterland fündig. Dort lagen die Preise deutlich unter dem kantonalen Durchschnitt. In sieben Gemeinden, beispielsweise in Ober- und Unterstammheim, in Hagenbuch oder in Wila, kostete ein Einfamilienhaus sogar weniger als 700'000 Franken.

Teure Seelage

Tief in die Tasche greifen müssen die Käufer und Käuferinnen dagegen am Zürichsee: In den meisten Gemeinden entlang des Zürichsees kostete ein mittleres Einfamilienhaus zwischen 1,5 und 3 Millionen Franken. Nur in Stäfa, Hombrechtikon, Richterswil oder Horgen kostete es weniger als 1,5 Millionen Franken. In Erlenbach oder Küsnacht dagegen lag der Medianpreis für ein Einfamilienhaus bei mehr als 3 Millionen Franken. Zwar war Stockwerkeigentum auch in diesen beiden Gemeinden günstiger als ein Einfamilienhaus, dennoch wechselte jede siebte Eigentumswohnung für mehr als 3 Millionen Franken die Hand.

Preisschere bei grossen Wohnungen

Neben der Lage einer Immobilie ist auch ihre Grösse ein entscheidendes Kriterium für den Preis. In der Regel gilt natürlich: Je grösser, desto teurer. Eine mittlere 7-Zimmer-Wohnung war mit rund 1,4 Millionen Franken etwa doppelt so teuer wie eine 3-Zimmer-Wohung – und das unabhängig davon, ob es sich beim Objekt um Stockwerkeigentum oder ein Einfamilienhaus handelt. Bei grossen Eigentumswohnungen zeigt sich zudem eine grosse Vielfalt. Ein Viertel aller 6-Zimmer-Wohnungen wurde für weniger als 950'000 Franken gehandelt, ein weiteres Viertel kostete dagegen mehr als 2,2 Millionen Franken. Diese Diskrepanz kann zum einen mit der Lage eines Objektes aber auch mit den unterschiedlichen Ausbaustandards erklärt werden. Gerade im Segment der grossen Wohnungen gibt es neben einem Markt für funktionale Wohnungen auch einen Markt für luxuriöse Wohnungen.

Aufstrebendes Knonaueramt

Pro Quadratmeter Wohnfläche kostete ein Einfamilienhaus 2016 im Mittel rund 7200 Franken, wobei auch hier grosse regionale Unterschiede bestehen. Während im Weinland nur etwas mehr als 5'000 Franken pro Quadratmeter bezahlt wurden, lag der Preis in der Stadt Zürich und am Pfannenstiel deutlich über 10'000 Franken. Allerdings haben sich die Regionen im Kanton in den letzten Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. Besonders deutlich sind die Preise im Knonaueramt gestiegen, nämlich um 14 Prozent zwischen 2012 und 2016. Der Boom ist einerseits durch den Siedlungsdruck aus dem Kanton Zug zu erklären. Andererseits ist die Region aber wegen des Uetlibergtunnels auch besser an die Stadt Zürich angebunden als früher. Dagegen scheint das Preiswachstum am Pfannenstiel auf hohem Niveau abzuflachen. Hier haben die Preise innerhalb der letzten fünf Jahre lediglich um 2 Prozent zugenommen.

Handänderungsstatistik als Datenquelle

Die Handänderungsstatistik hat im Kanton Zürich eine lange Tradition. Bereits seit dem Jahr 1886 erfasst das Statistische Amt, basierend auf den Handänderungsanzeigen der Grundbuchämter, Flächen und Preise der gehandelten Immobilien. Diese Statistik ist für Marktanalysen eine hervorragende Quelle, weil sie auf den tatsächlich bezahlten Preisen basiert und sämtliche Handänderungen im Kanton Zürich umfasst.

(Medienmitteilung des Statistischen Amtes)

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