Anhaltend starkes Bevölkerungswachstum

15.02.2012 - Medienmitteilung

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Der Kanton Zürich zählte Ende 2011 rund 1'390’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit hat die Wohnbevölkerung im Lauf des vergangenen Jahres um über 19’000 Personen zugelegt. Das Wachstum ist auf die Zuwanderung, aber auch auf einen Geburtenüberschuss zurückzuführen. Dies zeigt die jüngste Bevölkerungserhebung des Statistischen Amts des Kantons Zürich.

Ende 2011 lebten 1'390‘124 Personen im Kanton Zürich. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme um rund 19'000 Personen oder 1,4 Prozent, was vergleichbar ist mit den Zuwachsraten der Jahre 2009 und 2010. Hauptursache für das Wachstum ist die Zuwanderung: Insgesamt sind rund 14'000 Personen mehr zugezogen als weggezogen, hauptsächlich aus dem Ausland. Einen Viertel des Zuwachses steuerte zudem der Geburtenüberschuss bei: Die Zahl der Geburten überstieg jene der Todesfälle um rund 5‘000.

Frauen in der Überzahl, aber nur bei den Senioren

Ende 2011 zählte der Kanton Zürich rund 702‘000 Frauen und 688‘000 Männer. In der Altersgruppe bis 55 sind die Männer in der Überzahl – mit Ausnahme der Altersjahrgänge 24 bis 29. Ab 56 Jahren stellen hingegen die Frauen die Mehrheit. Das Geschlechterverhältnis, das beziffert, wie viele Frauen im Schnitt auf einen Mann kommen, liegt bei den 0- bis 19-Jährigen bei 0,95, bei den Über-79-Jährigen hingegen bei 1,8.

Wachsende ausländische Bevölkerung

Die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen belief sich Ende 2011 auf rund 340‘000, das sind 11‘200 mehr als 2010. Dies entspricht einem Ausländeranteil von 24,5 Prozent. Rund 63 Prozent der ausländischen Wohnbevölkerung stammen aus einem EU- oder EFTA-Staat, 22 Prozent aus dem übrigen Europa und 15 Prozent aus den übrigen Teilen der Welt. Deutschland und Italien stellen mit 80‘100 respektive 49‘000 Personen die grössten Bevölkerungsgruppen. Portugal ist mit 23‘200 an dritter Position, vor Serbien und Montenegro, der Türkei und Mazedonien.

Stärkste Zunahme im Furttal und im Limmattal

Die Bevölkerungszahl ist in sämtlichen Zürcher Regionen gewachsen. Prozentual am meisten zugelegt haben das Furttal und das Limmattal mit je gut 2 Prozent, vor dem Zimmerberg, dem Knonaueramt sowie Winterthur und Umgebung. Im kantonalen Mittel von 1,4 Prozent liegen das Oberland und das Glattal, leicht darunter das Unterland, das Weinland und die Stadt Zürich. Die niedrigste Zuwachsrate weist der Pfannenstiel auf, doch auch hier beträgt sie 0,8 Prozent. In absoluten Zahlen liegt – wie bereits im Vorjahr – die Stadt Zürich klar vorn, vor der Region Winterthur und Umgebung, dem Oberland sowie dem Glattal und dem Zimmerberg. Diese fünf Regionen vereinen über 70 Prozent des Zuwachses auf sich.

Spitzenreiter Pfungen und Zürich

Die höchsten kommunalen Wachstumsraten wiesen 2011 eher kleine Gemeinden auf. An der Spitze steht – wie bereits 2010 – die Gemeinde Pfungen, die 2011 um fast 12 Prozent gewachsen ist. Dahinter folgen Thalheim an der Thur und Andelfingen mit einem Plus von je sieben Prozent, sowie Eglisau und Otelfingen. In absoluten Zahlen zeigt sich natürlich ein anderes Bild: Klare Spitzenreiterin ist die Stadt Zürich mit einem Zuwachs um rund 4‘000 Personen, vor Winterthur (+1‘800), Adliswil (+1‘000), Schlieren und Wetzikon (je +600). Adliswil und Schlieren haben damit wesentlich zum starken Bevölkerungswachstum am Zimmerberg und im Limmattal beigetragen.

Zahl der Reformierten schrumpft weiter

Die Bevölkerungserhebung des Statistischen Amts erfasst die Einwohnerinnen und Einwohner auch nach der Konfessionszugehörigkeit. Ende 2011 war die Bevölkerung zu 34 Prozent evangelisch-reformiert und zu 28 Prozent römisch-katholisch. 38 Prozent bekannten sich zu einer anderen oder gar keiner Konfession, und je 0,1 Prozent gehörten zur christ-katholischen Kirche oder einer der beiden anerkannten jüdischen Gemeinden. Im Vergleich zum Vorjahr hat die evangelisch-reformierte Landeskirche insgesamt 5‘600 Mitglieder verloren, die römisch-katholische Kirche hingegen 1‘500 gewonnen. Ebenfalls zugelegt hat – wie bereits in den letzten Jahren – die Gruppe der Personen anderer oder ohne Konfession: Sie ist um über 23'000 gewachsen. Interessant ist ein Blick auf die Regionen: Die Evangelisch-Reformierten haben in sämtlichen Regionen Mitglieder verloren, die Römisch-Katholischen hingegen in fast allen Regionen zugelegt – ausser in der Stadt Zürich und am Pfannenstiel.

Die Zählweise im Detail

Die kantonale Bevölkerungserhebung wird seit 1962 alljährlich durchgeführt. Die Zahlen dienen in erster Linie als Grundlage für die Festsetzung des kantonalen Finanzausgleichs. Im Herbst 2010 hat der Zürcher Regierungsrat die Verordnung zum Finanzausgleichsgesetz aus dem Jahre 1978 revidiert und dabei die Erhebung der kommunalen Einwohnerzahlen neu geregelt. Die Feststellung des Einwohnerbestandes ist seither nicht mehr Sache der Gemeinden, sondern des Statistischen Amts. Die Erfassung erfolgt jährlich per 31. Dezember. Zur Wohnbevölkerung einer Gemeinde zählen nur Personen mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde, nicht jedoch jene mit Nebenwohnsitz. Bei den schweizerischen Staatsangehörigen sind es jene, die in der Gemeinde gemeldet sind. Bei den ausländischen Staatsangehörigen sind es sämtliche Personen mit Ausweis B (Aufenthalter/innen) oder C (Niedergelassene) und von den übrigen Ausländerkategorien all jene, die seit mindestens einem Jahr ununterbrochen in der Gemeinde leben. Nicht gezählt werden Personen im Asylverfahren. Durch die neue Zählweise werden einerseits die Kurzaufenthalter präziser erfasst und andererseits die vorläufig Aufgenommenen, die schon über ein Jahr in der Gemeinde leben, neu mitgezählt.

Elektronische Lieferung der Daten

Da die kommunalen Daten im Zuge der landesweiten Registerharmonisierung mit elektronischem Datenexport an das Statistische Amt geliefert werden, steht jeweils anfangs Februar eine kantonale Einwohnerzahl zur Verfügung. Die Zahlen werden in der nun vorliegenden provisorischen Form anfangs März im Amtsblatt publiziert und dann nach Ablauf einer Rekursfrist von 30 Tagen definitiv. Die Zahlen dienen nicht nur der Berechnung des kantonalen Finanzausgleichs, sondern auch als Schlüssel für die Verteilung der Kantonsratssitze auf die Wahlbezirke sowie für die Kostenbeiträge an die anerkannten Religionsgemeinschaften. Seit 2010 werden nicht mehr nur die Mitglieder der evangelisch-reformierten, der römisch-katholischen und der christkatholischen Kirche erfasst, sondern auch jene der beiden anerkannten jüdischen Gemeinden, der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich sowie der Jüdischen Liberalen Gemeinde.

Bevölkerungserhebung 2011, provisorische Daten. Online verfügbar auf der Website des Statistischen Amts des Kantons Zürich: www.statistik.zh.ch

(Medienmitteilung des Statistischen Amtes)

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